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Kastrationsprojekte

Kastrationsprojekt in El Limón, Las Terrenas und Sanchez mit Claudia Bretthauer

15. – 25.10.2018

Am 15.10. landete Claudia Bretthauer mit ihren Söhnen und 2 Assistenten morgens um 2:00 in Santo Domingo. 2 weitere Helfer stießen direkt aus Kuba zu ihnen, wo sie zuvor Urlaub gemacht hatten. Ein Minibus brachte sie in ihr Quartier…

…einen Bungalow mit Swimmingpool, den eine Amerikanerin zu Verfügung gestellt hatte. Eigentlich waren für diesen Ankunftstag gar keine OPs vorgesehen, denn in der Praxis von Coco Dog, die wie schon letztes Jahr als Arbeitsplatz zu Verfügung stand, ist Montags immer besonders viel Betrieb. Doch für Claudia Bretthauer beginnt ein Einsatz nach der Landung – Punkt!Und so wurde für den Nachmittag schnell ein provisorischer OP auf der Terrasse einer Holländerin eingerichtet, etwa eine Stunde vom Bungalow entfernt.


Bereits der erste Patient war eine trächtige Hündin.

Sie erhielt die gelbe Ohrmarke, mit der Tiere gekennzeichnet werden, die keinen Besitzer haben und nach der Kastration wieder zurück auf die Straße gehen.

13 Tiere wurden an diesem Nachmittag kastriert, 10 Hündinnen…


…1 Rüde…


…und 2 Kater.


Am nächsten Morgen ging es für 3 Tage nach El Limón.

Der Einsatz dort wurde von Kim Beddall geleitet. Der Transport wurde von Vida Animal organisiert, hauptsächlich bestehend aus 2 Personen, einer Französin und einer Dominikanerin, die auch für Erfrischungen und Getränke sorgten.


In El Limón stand ein großer Raum zu Verfügung.

Die mit viel Liebe erstellten Plakate an der Rezeption erklären, was hier außer Kastrationen noch geleistet wird: Parasitenbekämpfung und Tollwutimpfungen. Kim Beddall hatte es geschafft, von der Gesundheitsbehörde genügend Tollwutimpfstoff zu bekommen, so dass jedes Tier geimpft werden konnte.


Kim Beddall hatte das gesamte Equipment aus Samaná hergebracht…


…inklusive der OP-Tische.


Schnell füllt sich der überdachte Warteraum vor der Rezeption.


Wer dort keinen Platz mehr findet, wartet davor auf der Straße.

In El Limón grassiert zur Zeit die Staupe und fordert viele Opfer. Auch unter Claudia Bretthauers Patienten waren infizierte Tiere.. Bei insgesamt 8 Hunden wurde Staupe diagnostiziert. 6 wurden behandelt. 2 mussten eingeschläfert werden. Sie hatten bereits neurologische Ausfälle.

Auch Wochen nach dem Einsatz berichtet Kim Beddall von weiteren Todesfällen.

Claudia Bretthauers Partner Alex ist zum ersten Mal dabei und erweist sich sofort als sehr talentiert, sei es bei der Medikamentenvorbereitung, während Claudia im Hintergrund operiert…


…beim Bäuche rasieren…


…oder als Hundetransporteur.


Anais war schon beim letzten Mal dabei. Damals hat sie noch hauptsächlich zugenäht. Dieses Jahr operiert sie schon selbstständig.


Claudia Bretthauer wacht über die Arbeit von David, einem ihrer jungen Mitarbeiter, die aus Kuba angereist sind.


Zu zweit können Anais und David eine Hündin jetzt schon in 40 Minuten kastrieren.

Claudia Bretthauer ist zufrieden.


Auch Sabrina, die ebenfalls aus Kuba kam, macht ihre Sache gut.


Beide OP-Tische sind ständig belegt.


An diesem ersten Tag wurden 33 Hündinnen kastriert…


…darunter ein Mamakarzinom, 6 Rüden…


…und 2 Katzen.

Patienten des ersten Tages…

Laika, die Nummer 15, schläft schon ihren Rausch aus…


Abika, mit der Nummer 20, steht die OP noch bevor…


Chiquitica und Nino, 2 richtige Charakterköpfe…


Amarilla, die Nummer 33, schaut ein bisschen ängstlich drein…


Princesa, die letzte Patientin des Tages mit der Nummer 53, sitzt artig auf der Waage…

Am nächsten Tag musste gleich zu Beginn ein Hund euthanasiert werden. Er war von einem Auto angefahren worden; sein Rückgrat war gebrochen und seine Hinterhand gelähmt.

17 Hündinnen, 4 Rüden, 4 Katzen und 2 Kater wurden an diesem Tag kastriert.


Die 4 Katzen wurden von Touristen von ihrem Hotel gebracht.

Sie warteten stundenlang, bis die Katzen an der Reihe waren und auch danach, bis sie sie wieder mitnehmen konnten.

Solche Erlebnisse sind für uns immer wieder wunderbar, denn sie zeigen, dass wir schon viele Menschen mit unserem Programm Tierschutz und Tourismus erreicht haben, sie ermutigt haben, hinzusehen und sich Tieren am Urlaubsort gegenüber richtig zu verhalten anstatt sie durch bloßes, gedankenloses Anfüttern zum Betteln zu animieren und in Gefahr zu bringen, in Folge vergiftet zu werden.

Auch ein Nabelbruch wurde an diesem Tag operiert und ein Hund voller Eiterpickel wurde behandelt.

Buddy Basenji, der erste Patient am letzten Tag hatte eine offene Fraktur am Vorderbein. Er war vor 3 Monaten von einem Auto angefahren worden.


Es musste amputiert werden.


Sauber abgetrennt…


Maden hatten sich in der Wunde eingenistet. Das Bein war steif und nekrotisch.


Die OP ist gut verlaufen…

…und Buddy Basenji schien sich gut zu erholen. Doch Wochen nach der OP ist er einer Anämie erlegen. Kam die Amputation zu spät? Hatte er hochgradige Ehrlichiose? Wir werden es nie wissen…

An diesem Tag wurden noch 19 Hündinnen, 4 Rüden und 2 Katzen und ein offener Leistenbruch operiert. Eine Katzenmutter wurde abgegeben mit 4 Babys, die 2 Tage zuvor das Licht der Welt erblickt hatten. Der Besitzer wollte sie einschläfern lassen – DAS ist natürlich nicht geschehen!

Claudia Bretthauer, der Bürgermeister von El Limón und Kim Beddall. Es waren 3 äußerst erfolgreiche Tage in El Limón. 103 Tiere wurden kastriert. Kim hatte wie immer alles perfekt organisiert.

Die nächsten 3 Tage arbeitete Claudia Bretthauer in Las Terrenas, in der Praxis der Drs. Elias und Lucilu.

Dort warteten 2 Professoren, mehrere Tierärzte und eine Gruppe von Studenten aus Puerto Rico auf sie, insgesamt 20 Personen, um von ihr zu lernen!


Dr. Elias, dessen Onkel an der Universität von Puerto Rico lehrt, hatte sie eingeladen.


Es wurde eng in der kleinen Praxis…

Trotz ihrer Lehrtätigkeit schaffte Claudia Bretthauer es noch, an diesem ersten Tag in Las Terrenas 18 Tiere zu kastrieren. Einen Patienten musste sie allerdings unverrichteter Dinge wieder zunähen: Es handelte sich um einen Zwitter mit Scheide und Penis, aber ohne Eierstöcke. Weitere 13 OPs wurden von den anderen Ärzten gemacht. Dr. Elias hatte eine Patientin, bei der die Gebärmutter einmal mit der Bauchwand und außerdem durch einen Tumor mit der Milz verwachsen war. In dieser Gebärmutter steckte ein verwester Welpe! Gebärmutter und Milz wurden entfernt; die Hündin überlebte.

Einige Male musste Claudia Bretthauer den Nachwuchschirurgen zu Hilfe kommen,, weil Ligaturen abrutschten oder es Probleme mit kurzen Eierstockbändern gab. Ein Hund und eine Katze mussten nachoperiert werden, weil die Nähte nicht hielten und es zu Blutungen kam. Es zeigte sich, dass wir mit unserem Prinzip, Ausbildung und Kastrationseinsätze strikt zu trennen, richtig liegen.


Sabrina feierte an diesem Tag ihren 30. Geburtstag…


…und so endete die Arbeit diesmal etwas früher, damit noch ein wenig am Strand gefeiert werden konnte.


Am nächsten Tag referierte Claudia Bretthauer vor den Puerto-Ricanern über Nahttechniken.


Danach musste nicht mehr nachoperiert werden.

Jetzt wird die OP-Technik von Claudia Bretthauer an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität von Puerto Rico gelehrt.


Und Dr. Elias gönnt sich eine wohlverdiente Pause.

2 Pferdenarren unter sich…Dr. Elias auf einem wunderschönen Palomino und Claudia Bretthauer, eine erfolgreiche Distanzreiterin, die in dieser Disziplin nicht nur in Europa bekannt ist.

Immer mit dabei…

Claudias Söhne…Die beiden sind Weltreisende und finden überall schnell neue Freunde.


Sie haben schon viel gesehen und sind durch nichts mehr zu erschüttern.

Die Tierarzthelferin aus USA vom letzten Jahr war auch diesmal wieder dabei und wieder hat sie ihren gesamten Jahresurlaub dem Tierschutz gespendet.


Kastration einer sehr trächtigen Hündin…

Bei diesem Einsatz wurde die Geburt von 60 bereits gezeugten Welpen verhütet und bei 231 kastrierten Hündinnen die Geburt von 2-3000 weiteren Welpen im kommenden Jahr. Nur wer schon einmal versucht hat, einen guten Platz für einen Hund zu finden – ein Unterfangen, was im besten Fall Monate in Anspruch nimmt und schlimmstenfalls gar nicht gelingt – weiß die Arbeit der Tierärzte wirklich zu schätzen, die gegen diese Sintflut ins Elend ankämpfen.


Wie schon im Vorjahr sponserten die Restaurants der Umgebung jeden Abend ein köstliches Essen.

Am 3. Tag brachte eine Schweizerin ihren Hund zur Amputation. Er war vor Jahren Opfer eines Autounfalls geworden und hatte seither ein gelähmtes, steifes Bein, das er über den Boden schleifte. Das Bein störte ihn offensichtlich, denn er neigte zur Selbstverstümmelung und biss sich das Bein immer wieder auf. Er wird als dreibeiniger Hund ein glücklicheres, zufriedeneres Leben führen können.

Eine Hündin kam mit Sticker Karzinom. Ein Rüde wurde gebracht, weil er nach der Kastration Blut im Urin hatte. Das Problem konnte medikamentös gelöst werden.


Ein großes Team verabschiedet sich nach 3 Tagen Einsatz in Las Terrenas.

Für die letzten 3 Einsatztage ging es nach Sanchez, wo wie im letzten Jahr in der Rotkreuzstation operiert wurde. Es gibt in ganz Sanchez kein fließendes Wasser, Der dortige Tierarzt hat die Befugnisse eines Amtstierarztes, ist aber kein Chirurg, doch ungeheuer bemüht, zu helfen. Er putzte sogar eigenhändig den Fußboden!Alle Tiere, die in Sanchez kastriert wurden, wurden von ihren Besitzern gebracht. Sie kamen in allen nur vorstellbaren Verpackungen…


…in Säcken…

…in Körben und was sonst noch zur Hand war. Manche Besitzer wollten Ohrmarken für ihre Tiere, die sonst eigentlich nur für herrenlose Streuner verwendet werden.

Der Luxuskrankentransport…

Am 22.10. wurde ein Rüde gebracht, der im Vorjahr kastriert worden war. Er blutete aus der Harnröhre und litt an einem Sticker Karzinom. Dieser Tumor wird bei der Paarung übertragen, Die Tumorzellen müssen sich bei dem Rüden schon vor der Kastration eingenistet haben. Es kamen noch 2 weitere Rüden mit Sticker.

Claudia Bretthauer hatte an diesem Tag ihren 50. Geburtstag. Deshalb wurde nach der 15. OP Schluss gemacht und es ging an den Strand zum Feiern…


…und zum Relaxen.


Abends wurde ihr dann im Restaurant die Geburtstagstorte kredenzt.

Am 23. 10. wurde eine Chihuahua Hündin gebracht, die seit 6 Tagen einen toten Welpen in der Scheide stecken hatte, der ein Drittel der Größe seiner Mutter hatte. Offensichtlich war die Hündin von einem viel zu großen Rüden gedeckt worden. Die OP konnte ihr nicht mehr helfen. Sie starb einen Tag später an den Folgen der Vergiftung.

Am Abend war das Team bei der Schweizerin eingeladen, deren Hund amputiert worden war.

Am letzten Tag gab es nochmal ein trauriges Ereignis.


Ein Welpe wurde gebracht mit einer Rückgratverletzung.


Die Maden hatten sich schon bis zur Wirbelsäule durchgefressen.


Er musste euthanasiert werden.

86 Tiere wurden in Sanchez kastriert.

Am Morgen des 25. machte sich das Team auf den Heimweg nach Deutschland.

Insgesamt wurden 231 Hündinnen, 48 Rüden, 36 Katzen und 13 Kater kastriert.

Alle hoffen, dass Claudia Bretthauer auch im nächsten Jahr wiederkommt…Doch zunächst einmal fliegt sie im April nach Grenada, wo sie auch schon sehnsüchtig erwartet wird!



Kastrationsprojekt in Grenada mit Claudia Bretthauer

22. – 29.03.2018

Bereits zum zweiten Mal flog Claudia Bretthauer für uns nach Grenada, zusammen mit ihren Assistentinnen Silke und Sybille und ihrem Sohn Lenn. Diesmal fanden die Kastrationen nicht wie beim ersten Einsatz im Norden Grenadas auf dem Crayfish Bay Organic Estate statt, wo Lylette und Kim Russell biologische Schokolade produzieren, sondern direkt in Grenadas Hauptstadt St. George in der Klinik der GSPCA. Auf dem Foto von links nach rechts: Rita, die sich um die behördliche Bewilligung der Volontärstätigkeit ausländischer Ärzte und die Einfuhrgenehmigung von Medikamenten und Materialien kümmert, Silke, Claudia Bretthauer, Sybille, Lenn mit der Flagge von Grenada und Luana, die erste Vorsitzende der GSPCA, einem der ältesten Tierschutzvereine der Karibik; dahinter Sharon, die zweite Vorsitzende des Vereins.

Landung am 22. 03. um 15:45 Ortszeit. Das Empfangskomitee war nicht zu verfehlen, es war in Begleitung eines Hundes.

Die GSPCA hat ein Appartement im ersten Stock der Klinik mit drei Schlafzimmern, drei Bädern, einer Gemeinschaftsküche und einem Aufenthaltsraum für volontierende Tierärzte. Nach Ankunft ging es erst einmal zum Einkauf in den Supermarkt. Dann wurde um 18:30 die Klinik inspiziert.


Und natürlich wurde sofort ausgepackt und alles für den nächsten Tag vorbereitet.

Auch Lenn packte tüchtig mit an. Genau wie Silke und Sybille hat er seine Mutter schon auf vielen Einsätzen begleitet und weiß genau, wo alles hingehört und stehen muss. Die vier sind ein eingespieltes Team.


Die ersten Patienten sind bereits eingetroffen. Sie übernachten in ihren Boxen und warten auf den morgigen Tag.

Die Klinik verfügt über Rezeption, Wartezimmer, 2 Behandlungsräume, einen OP mit Inhalationsnarkosegerät, das Claudia Bretthauer allerdings nicht verwendet, einen Röntgenraum…

…2 Stationsräume mit Boxen und ein Lehrzimmer für hospitierende Studenten der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Grenada. An die Klinik angeschlossen ist ein Tierheim mit der Aufnahmekapazität für etwa 50 Tiere.


Alles ist fertig für die morgigen OPs – Claudia Bretthauer ist glücklich!


Dieser Patient war bereits da und schon behandelt. Ihm musste ein Stück Bein amputiert werden.

Eine deutsche Tierärztin, die früher in Namibia gearbeitet hat und jetzt in Grenada lebt, arbeitet auch für die GSPCA und Claudia Bretthauer fielen die vielen Amputationen auf, die stattfanden, während sie kastrierte. Die Ursache liegt in der einheimischen Tierhaltung. Die meisten Hunde auf Grenada haben Besitzer, die sie zwar füttern, aber ansonsten streunen lassen und sie werden sehr häufig Opfer von Verkehrsunfällen. Dann ist oft die Amputation von zerschmetterten Gliedmaßen die einzig mögliche Behandlung.


Der Wagen der GSPCA…

Mit ihm fuhr Ronaldo, der sich bereits beim ersten Einsatz im Norden sehr erfolgreich als Hundefänger betätigte, den ganzen Tag herum…


…und sammelte Hunde ein.


Ein Helferteam übernimmt die Tiere bei Ankunft.

Fast täglich waren zwei bis drei Studenten da. Die Fortgeschrittenen durften zunähen und der eine oder andere kastrierte auch schon mal einen Rüden oder einen Kater.

Die meisten Studenten kommen aus den USA, sei es wegen mangelnder Studienplätze zuhause oder günstigerer Studiengebühren; die Universität von Grenada genießt jedenfalls einen guten Ruf. Drei Jahre können die ausländischen Studenten hier jeweils studieren und die Klinik der GSPCA bietet ihnen in dieser Zeit gute Möglichkeiten, auch praktische Erfahrungen zu sammeln.


Die Hunde sind abgeliefert und Ronaldo ist bereit für die nächste Runde.

Einer der Kastrationskandidaten, der Labradorrüde einer Dozentin der Universität Grenada, war einen Tag lang flüchtig, nachdem er bemerkt hatte, was seiner Besitzerin entgangen war: Seine Gitterbox ließ sich auf zwei Seiten öffnen und eine Seite war nicht richtig verschlossen. Die Besitzerin war außer sich und rannte den ganzen mit Futter umher, um ihren Hund zu suchen. Am nächsten Tag war er wieder da, unversehrt, und wurde erfolgreich kastriert.


Jeden Tag wurde Mittagessen serviert.


Oft wurde auch gegrillt und draußen gegessen.

Der erste OP-Tag begann um 8:00 morgens. Claudia Bretthauers Assistentinnen wissen genau, was sie zu tun haben und jeder Handgriff sitzt: Silke holte die Hunde aus den Boxen, rasierte sie, nachdem sie anästhesiert waren, und band sie auf dem Tisch fest. Dann säuberte sie die Boxen. Sybille desinfizierte die Instrumente, tätowierte die Tiere nach der OP und versorgte sie mit Antibiotika und Schmerzmitteln. Alle Tiere, Hunde und Katzen, erhielten bei diesem Einsatz eine Wurmkur, ein Spot on gegen Parasiten und eine Tollwutimpfung. 40 Tiere wurden an diesem Tag kastriert, 19 Hündinnen, 18 Rüden, 2 Katzen und 1 Kater. Ein Rüde hatte einen Hodentumor, ihm musste der Hodensack amputiert werden. Bis auf eine halbe Stunde zum Mittagessen wurde durchgearbeitet. Der Tag endete um 18:00, denn es war Freitag und niemand wollte den „Fish Friday“ im Fischerdorf Gouyave verpassen, ein allwöchentliches, sehr beliebtes Straßenfest, wo fangfrischer Fisch in jeder erdenklichen Zubereitungsform angeboten wird.


Am Samstag wurden 36 Tiere operiert, 16 Hündinnen, 15 Rüden, 4 Katzen und 1 Kater.

Am Sonntag hatte die Chirurgin Blasen vom Fäden knüpfen, half aber nichts…Es wurden 43 Tiere kastriert, 13 Hündinnen, 26 Rüden, 2 Katzen und 2 Kater.


Eine Hündin war trächtig mit 7 Föten.


Einem Schäferhundmischling mussten 6 Zähne gezogen werden.


Da liegen sie…

Manche Hundebesitzer brachten oder holten ihre Hunde selbst, eine gute Gelegenheit, Informationen und Erklärungen weiterzugeben.

Allen Hunden wird ein weißes Tape um den Hals gelegt mit dem Namen des Besitzers und des Tieres. Das ist Kayla und sie gehört Ashley Charles, der sich offenbar viele Gedanken um das Wohlergehen von Kayla macht, denn ihre Kette ist mit einem Gartenschlauch umhüllt, damit sie am Hals nicht scheuert.

Anstoßen auf das 101. Tier! Danach geht es weiter; am Sonntagabend sind 119 Tiere kastriert, darunter auch ein Wurf Welpen, darunter eine kleine Hündin mit einem riesigen Wasserbauch von Würmern.


Wasser tritt aus beim ersten Schnitt.


Da liegt sie nun, der aufgeblähte kleine Bauch ist getaped…

Mit etwaigen Bedenken über ihre Überlebenschancen hat sie allerdings schnell aufgeräumt. Sie war von dem Wurf die erste, die wach, munter und agil war. Und nach der Entwurmung wird sie auch ihre Plagegeister und den Wasserbauch bald los sein.

Claudia Bretthauer kastriert auch sehr junge Tiere erfolgreich, was nicht jeder Tierarzt kann, was aber für die Arbeit in den Regionen, wo wir tätig sind, ein ungeheurer Vorteil ist, denn es findet in der Regel nur ein Kastrationsprojekt pro Ort und Jahr statt, was bedeutet, dass unkastrierte Welpen von heute beim nächsten Einsatz bereits Eltern sind.


Zwangspause am Montag, denn das Auto hat einen Achsenbruch. Der Tag wurde zu einem Ausflug in den Norden genutzt…


…zum Besuch eines Wasserfalls…

…und es gab ein Wiedersehen mit Kim Russell auf dem Crayfish Bay Organic Estate. Claudia Bretthauer impfte 2 Hunde und 4 Katzen gegen Tollwut und Kim sagte: „Das nächste Mal müsst Ihr unbedingt wieder hierher kommen.“


Danach gab es wunderbaren biologischen Kakao von Lysette Russell.


Zum Ausklang des Tages dieses beeindruckende Bild: Einen Fünfmaster sieht man nicht oft!


Am Dienstag ist ein Ersatzauto gefunden und Lenn betätigt sich als Hundefänger.


Der Tag beginnt mit einem Gesäugetumor…


Zuerst wird die Hündin kastriert.


Dann wird der Tumor entfernt.

Es folgt ein kryptorchider Kampfhund…


…und eine trächtige Hündin, wieder mit 7 Föten.


Diese beiden Studentinnen sind Claudia Bretthauer in besonders guter Erinnerung geblieben.


Sie waren mit Begeisterung bei der Sache, nahmen die Hunde draußen an und halfen beim Zunähen.


Rita kümmert sich nicht nur um die Einreisedokumente, sondern ist auch der gute Geist der Klinik.


Ab in die Box zum Ausschlafen…

37 Tiere wurden am Dienstag kastriert, 14 Hündinnen, 19 Rüden, 3 Katzen und 1 Kater. Der Mittwoch wurde zu Claudia Bretthauers persönlichem Rekord. Sie kastrierte 24 Hündinnen, 24 Rüden und eine Katze. Und ausgerechnet dieser Tag war der einzige, an dem keine Studenten als Helfer zu Verfügung standen.


Einer der 24 Rüden war ein abdominaler Kryptorchid.


Seine Hoden wurden in der Bauchhöhle gefunden.


Bis tief in die Nacht waren die Hundefänger unterwegs.


Um 23:00 war dann endgültig Schluss.

Der nächste Tag war der Abflugtag. Claudia Bretthauer hatte ausgerechnet, dass sie noch bis 11:00 kastrieren konnte. Arbeitsbeginn war um 8:00. Um 10:30 waren 5 Hündinnen, 1 Rüde und 4 Katzen kastriert. Plötzlich kamen nochmal 7 Tiere, 4 Hündinnen, 2 Rüden, eine Katze. Sharon fragte: “Schaffst Du die noch alle?“ Claudia: „Niemals!“ Rechnen, rechnen…Bis 11:40 könnte man weiterarbeiten und trotzdem den Flieger noch erwischen. „Legt sie in Narkose!“ Und sie schaffte es! In 71 Minuten kastrierte Claudia Bretthauer auch diese 4 Hündinnen, 2 Rüden und eine Katze. Insgesamt operierte sie 222 Tiere in dieser Woche, 95 Hündinnen, 105 Rüden, 16 Katzen und 6 Kater. Es gab keine Komplikationen, keine Todesfälle und nur ganz wenige Nachbehandlungen. Kommentar der GSPCA: „Claudia, wir können Dich gar nicht gehen lassen!“ Dem schließen wir uns an!



Kastrationsprojekt in Barahona, San Christobal und Boca Chica mit Anja Heß, Ingrid Stegemann und Anna Bremus

01.02. – 12.02.2018

Teil 1

Seit Beginn des Projekts Dom. Rep. Südwest standen die Einsätze dort immer im Zeichen des Besonderen, des Ungewöhnlichen: „Noch nie zuvor…, Zum ersten Mal…, Keine außer uns…!“ Daran änderte sich auch 2018 nichts, wie sich in der zweiten Hälfte des Einsatzes zeigte.

Einige Teilnehmer konnten nicht wie geplant mitkommen; eine Tierärztin fiel aus und auch Dolores Rohrer, die dieses Projekt 2013 ins Leben gerufen hat, war diesmal nicht dabei. Eine Weile schien es, als müssten sich Anja Heß und Ingrid Stegemann der Herausforderung ganz allein stellen, bis sich Anna Bremus, die schon 2016 in Samaná im Einsatz war, im letzten Moment freinehmen konnte.

Schließlich stand auch der Einsatzplan:

03.02. Cristobal

04.02. Palo Alto

05.02. Puerto Escondido & Duverge

06.02. Los Rios

07.02. San Christobal

08.-11.02. Boca Chica

Ein volles Programm! Zu voll, den es gab keine Pausen zwischendurch.


Nur die Fahrten von einem Ort zum anderen…

Doch die drei hielten durch, denn überall, wo sie hinkamen, erwartete man sie schon sehnlichst. Anja Heß kommentierte später: „Sie hatten sich alle solche Mühe gegeben. Wir konnten sie nicht enttäuschen.“ Dabei schien es anfangs gar nicht genug Tiere für 3 Ärztinnen und 10 Tage Einsatz zu geben, von 20 angekündigten Dörfern in der Provinz Barahona waren eine Handvoll übriggeblieben, jedes mit geschätzten 15 Kastrationskandidaten und 8 Hunde in Boca Chica, die von der Security eines Hotels schikaniert wurden.

Peace Corps Volontäre und Cat Lovers RD, die die Organisation vor Ort für uns durchführten, taten daraufhin ihr Bestes; das Ergebnis war dementsprechend!

Die erste Aufregung gab es beim Abflug in Frankfurt am Main. Condor war – wieder einmal! – überbucht und die Ärztinnen hatten versäumt, online einzuchecken. Sie landeten auf einer Warteliste, sollten über Madrid fliegen, dort umsteigen und erst am Abend des 02. in Santo Domingo ankommen. Oh Gott, der Zeitplan! Auf dem stand, dass sich die drei nach der Landung – planmäßig irgendwann zwischen 3 -4:00 am Morgen des 2. bei Peace Corps Leiterin Adele Williams in Santo Domingo erholen und am Nachmittag in ihr Hotel nach Barahona fahren sollten, um am nächsten Morgen in Cristobal zu kastrieren…Eine solche Verspätung hätte alles durcheinandergebracht. Zum Glück trat eine vielköpfige Familie von dem Flug zurück, so dass Passagiere auf der Warteliste nachrücken konnten. Anja, Ingrid und Anna waren die allerletzten, die noch Bordkarten erhielten…

Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse und sie landeten pünktlich morgens um 3:30 in Santo Domingo. Dort wartete – und auch das hat schon Tradition – nicht der gebuchte Leihwagen auf sie, sondern ein kleinerer Ersatz, der aber sonst akzeptabel war und immerhin den ganzen Einsatz über brav fuhr, ohne Sperenzien zu machen. Nur das Navi wollte nicht so, wie es sollte…

Es fand partout den Weg zu Adele Williams nicht. Erst als Anja es ignorierte und sich auf ihr Gefühl verließ, stimmte die Richtung. Irgendwann zwischen 9 -10:00 morgens kamen sie schließlich an. An Schlaf war nicht zu denken; es wurde umgepackt, um nicht mehr Equipment als für die Provinz Barahona notwendig mitzunehmen. Der Rest, für den 2. Teil des Einsatzes bestimmt, blieb bei Adele. Danach ging es zum Mittagessen und dann war es Zeit, Santo Domingo zu verlassen in Richtung Barahona.


Auf palmengesäumten Straßen,…


... vorbei an wunderschönen Rindern,…


…die friedlich am Wegesrand grasen,…


…an Kuhreihern, die darauf warten, Parasiten vom Fell der Rinder abzulesen.


Da ist er wieder, der Zauber der Karibik, mit der faszinierenden Vegetation,...


…den schwer beladenen Obstständen am Straßenrand,…


…den kleinen, bunten, kreolischen Häuschen, dieser Zauber, der von den weißen Stränden bis tief ins Hinterland hinein Besucher in seinen Bann zieht,…


…bis in den knochentrockenen Südwesten.

In Barahona war bereits ein Zimmer für 3 Tage im Hotel Caribe gebucht, nur konnte sich niemand an der Rezeption an die Buchung erinnern. Aber in Barahona sind Hotels selten ausgebucht, wenige Touristen verirren sich hierhin und so ließ sich das Problem bald lösen.

In den folgenden Tagen fuhren Anja, Ingrid und Anna jeden Morgen zu einem der kleinen Dörfchen und begaben sich auf die Suche nach den Peace Corps Volontären und dem jeweiligen Einsatzort.


Carina und Daniel Chavez, die als Ehepaar in Puerto Escondido ihren Peace Corps Volontärdienst leisten, waren Ansprechpartner und Helfer nicht nur in ihrem eigenen Ort, sondern für die ganze Region. Sie waren sehr aktiv an den Vorbereitungen beteiligt.

Carina hat wunderschöne Flyer fabriziert und sie hatten sogar die Genehmigung eingeholt, das Team nach Boca Chica zu begleiten und dort zu helfen. Ein großes Dankeschön an die beiden! Sie werden auch das nächste Mal wieder dabei sein, denn ihr Peace Corps Dienst geht bis Mai 2019. Darüber sind wir alle sehr glücklich, auch Carina und Daniel freuen sich schon darauf.

Cristobal liegt westlich von Barahona. Soweit westlich waren unsere Ärzte bisher noch nie gekommen. Die haitianischen Einflüsse sind hier vielleicht noch stärker zu merken als sonst in dieser Gegend.

Die Operationen fanden im Gemeindehaus statt. Rechts und links der Tür hängen Plakate: „ Kastrationen – hier! Von 9:00 – 12:00 und von 1:00 – 4:00! Gratis!“ Dazwischen ein aufklärender Text, der mit den in dieser Region weit verbreiteten Vorurteilen gegen Kastrationen aufräumt.

Viele der kleinen dominikanischen Ortschaften verfügen über so ein Gemeindezentrum, das nichts weiter ist als ein leeres Haus, vier Wände und ein Dach, ohne Wasser- und Stromanschluss. Und manchmal auch einfach ein nie vollendeter Rohbau, so wie in Santa Maria, wo Anja Heß und Alfred Huber 2016 operierten…


Schnell verwandelt sich das Gemeindehaus in einen OP-Saal.

Jessica Smith, Peace Corps Volontär in Cristobal, eine Freundin und Carina Chavez standen den Ärztinnen als Helfer zu Verfügung und sorgten auch dafür, dass genügend sauberes Wasser gebracht wurde.

Es war Samstag und die Kinder hatten schulfrei. Für sie war das, was sich im Gemeindehaus tat, natürlich eine ungeheure Attraktion.

Einige der sechs- bis neunjährigen Knirpse waren kaum zu bändigen und hätten sich gar zu gern etwas von den faszinierenden Utensilien aus dem medizinischen Gepäck angeeignet.


Anja spricht ein Machtwort! Die Kinder werden nach draußen verbannt.


Viele der Hunde wurden von Jugendlichen gebracht.


Nicht immer lässt sich klären, ob es ihre Hunde oder ganz einfach Dorfhunde sind.


Mit großem Interesse verfolgen sie die Vorbereitungen.


Der erste Patient…


…ist eine Dame – und trächtig!

Auch Erwachsene kamen. Eine Frau brachte 2 Hündinnen. Ein Mann kam ebenfalls mit 2 Hündinnen, die schwerste Ehrlichiose hatten, eine davon war tragend.


Er bekam Antibiotika für seine Hunde.


Anja und Ingrid bei der Arbeit…



Anna hatte Geburtstag an diesem ersten Einsatztag.


Viel hatte sie davon nicht, auch die für den Abend geplanten Cocktails wurden wegen Müdigkeit verschoben.

Eine Hündin hatte viel Flüssigkeit im Bauch; Anja Heß vermutet einen angeborenen Leberschaden, der dem Erfolg der OP nicht beeinträchtigen, wohl aber die Lebenszeit der Hündin insgesamt verkürzen wird. Trotz dieser Erkrankung hätte sie unkastriert bis zu ihrem Tod 2 x im Jahr geworfen...

Alle Tiere waren von Parasiten geplagt. Wie üblich waren Ehrlichiose und Räude die häufigsten Krankheitsbilder. Die einzige Lösung, ein regelmäßigen Versorgungsprogramm mit antiparasitärer Medikation wie Ivermektin - in dieser Region noch ein weit entfernter Traum…


Ganz in der Nähe fand ein haitianisches Fest statt. Operiert wurde zu dem Klang der Trommeln…



Trotz des Festes, die Kinder klebten in Trauben an den Scheiben. Die deutschen Ärztinnen waren halt doch die größere Attraktion!


Nummer 1 und 2 haben es geschafft…


Sieben Hündinnen, 2 davon trächtig, und 4 Rüden wurden an diesem ersten Tag kastriert.


Am nächsten Tag wurde in Palo Alto kastriert, wie schon 2016.


Palo Alto ist schon ein ganz ansehnlicher Ort mit soliden Häusern.


In dieses hat sich Anja Heß sofort verliebt.


Austin O’Connor war der diesjährige Peace Corps Volontär in Palo Alto.


Und auch diesmal fanden die OPs in der Schreinerei des Frauenvereins statt.

Es ist immer beglückend zu erleben, wie viel schon ein einziger Kastrationseinsatz in den Köpfen der einheimischen Menschen bewirken kann. Palo Alto war da keine Ausnahme. 2 der Damen, die ihre Hunde 2016 kastrieren ließen, kamen diesmal als Helferinnen. Sie hielten Hunde, reinigten Instrumente und überwachten den Narkoseschlaf der frisch Operierten.

Carina war natürlich auch wieder dabei. Die Schreinerei hatte einen großen Vorteil: Die Gittertür hielt die allgegenwärtigen Kinder in Schach.


Die Katzen kamen in einfachen Beuteln…


…oder auch in todschicken Taschen.


Aufgeregt und gestresst warten sie alle,…


…bis sie friedlich in Narkose lagen.


Ja, und da hängt sie wieder, diesmal am Kleiderbügel...(Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt)

Seit Dr. Dr. Josef Beisl 2016 in Santo Domingo seinen interessierten dominikanischen Kollegen die Methode am Katzenkastrationsbrett vorführte, die sie dann auch gleich bereitwillig ausprobierten und übernahmen, hält das Gerücht der "grausamen" deutschen Tierärzte, die Katzen aufhängen, hartnäckig bei einheimischen Katzenfreunden und medizinischen Laien und machte die Runde bis nach Samaná, von wo mir Kim Beddall schrieb: "Du kannst solche Bilder nicht posten ohne Erklärung!"

Anja Heß gibt sie uns: "In dieser Position gleiten Milz und Darm in Richtung Zwerchfell und geben dem Chirurgen den bestmöglichsten Zugang zu den Ovarien. Ein geübter Chirurg macht jetzt nur noch einen Schnitt von 1 cm und braucht etwa 5 - 10 min für die OP." Voilà!


16 Tiere wurden kastriert.


Elf Hündinnen, zwei Katzen…


…zwei Kater…


…und ein Rüde. Zwei Rüden wurden abgewiesen, weil sie zu jung waren. Na, dann beim nächsten Mal…!

Der letzte Patient trägt die Nummer 29, die Tiere wurden in diesem Einsatz fortlaufend nummeriert vom 1. bis zum letzten Tag.

Am 05.02. ging es nach Puerto Escondido, einem kleinen Dorf auf einem Berg, wo Carina und Daniel ihren Peace Corps Dienst tun.

„Habt Ihr ein Haustier? Stoppt ungewollte Fortpflanzung und Aussetzungen! – Verbessert die Gesundheit und Lebensqualität Eures Haustiers! Lass Deinen Hund oder Deine Katze kastrieren, männlich oder weiblich, am Montag, den 5. Februar im Gemeindezentrum von 9:00 bis 12:00 KOSTENLOS! Jedes Tier wird schmerzlos, human und schnell operiert und erhält Medikamente zur Genesung.“ Das stand auf den Plakaten, die Carina und Daniel in Puerto Escondido aufgehängt hatten.


Am Morgen kamen auch 3 oder 4 Hundebesitzer mit ihren Tieren


Dieser Herr brachte neben einer Katze auch Welpen.


Das Gemeindezentrum erinnert mit seiner Schiefertafel und den Bänken sehr an eine Schule.


Anna bei der Kastration einer Hündin…


Und schon wird sie zugenäht.

Auch in Puerto Escondido wurden die Ärztinnen von Musik begleitet; diesmal arbeiteten sie zu den Klängen einer Calypsoband.



Diese wunderschöne dreifarbige Katze wurde an einem Schnürsenkel geführt.


Zwei noch ganz junge Patienten.

Daniel war den ganzen Tag unterwegs, um Hunde zu bringen, erfolgreich, wie man sieht. 19 Tiere wurden kastriert, 8 Hündinnen, 4 Rüden, 2 Katzen und 5 Kater.


Oh, welch ein Erwachen!

Am Nachmittag fuhren sie nach Duverge, einem größeren Ort in unmittelbarer Nähe zu Puerto Escondido.


Dort stand eine Basketballhalle zu Verfügung stand.


Leider kamen nur eine Hündin…


…und eine Katze.

Die Information über den Einsatz war bei den Bewohnern von Duverge nicht angekommen. Die Peace Corps Volontäre hatten die Idee gehabt, die Nachricht über Guaguas, jene Kleinbusse, die neben Mofas das landesübliche Transportmittel darstellen, verbreiten zu lassen und anfangs waren die Guaguafahrer auch dazu bereit, doch dann wollten sie Geld, über das Peace Corps Volontäre nicht verfügen. Die Idee ist jedoch sehr gut und wir werden sie für das nächste Mal aufgreifen und die Kosten übernehmen.

Immerhin, die jungen Basketballspieler waren sehr interessiert und dafür, dass Hunde und Katzen kastriert werden sollen. Auch in Duverge sind die Leute also aufnahmebereit. Noch etwas haben wir gelernt: Egal, wie nahe 2 Orte beieinander liegen, es ist unmöglich, in beiden an einem Tag effizient zu kastrieren, zu viel Zeit geht beim Ab- und Aufbau des Equipments verloren.

Am Abend fand dann der Umzug in das Hotel in Neyba statt, weil Neyba näher an Los Rios liegt, der letzte Ort in der Provinz Barahona, der besucht wurde. Auch hier war vorab für 2 Nächte reserviert worden; auch hier wusste niemand etwas von der Buchung. Doch Platz gab es genug. Von 3 Zimmern mit jeweils 3 Betten konnten sich die Ärztinnen das aussuchen, das ihnen am besten gefiel.


Und das Hotel hatte einen Pool…


Welch eine Wohltat!

In Los Rios wurden sie von 2 Peace Corps Volontärinnen erwartet, Emily und eine Freundin. Carina war diesmal nicht dabei. Es gab kein Verkehrsmittel von Puerto Escondido nach Los Rios.


Gearbeitet wurde wieder in einem Gemeindezentrum.


11 Hündinnen…


…und 3 Rüden wurden kastriert.

Eine Hündin hatte Gebärmuttervereiterung, zwei waren trächtig, ein Rüde kam mit einem Stickersarkom und einer musste wegen einer Blutung im Hodensack nochmal aufgemacht werden.

Eine ganz besondere Verbindung bestand zwischen diesen beiden, der Mann ließ seinen Hund keine Sekunde allein.


Dieses entzückende Hundekind…


…begleitete die Mama zur OP.

So manche Mahlzeit fiel aus in diesen Tagen…


Chirurgisches Stillleben: Ananas mit Skalpell, funktioniert auch als Obstmesser.


Am nächsten Morgen machten sich Anja, Ingrid und Anna auf den Weg, vorbei an dem Eselchen, der auf der Straße nach etwas Essbarem sucht…


…entlang der Bahnschienen…


…einem Zug entgegen, der mit dem Wertvollsten beladen ist, das dieser trockene Landstrich hervorbringt:


Zuckerrohr…

Adios, Barahona, bis zum nächsten Mal! In San Christobal warten 24 Hunde und 16 Katzen…! 2 von den Cat Lovers RD unterstützte Tierschutzorganisationen hatten Tiere zum Kastrieren gebracht: Diakimyi, wo Dr. Joseph Beisl bereits 2016 Katzen kastriert hatte,…


…und die Fundación El Eden.


Die Freude, aus dem Auto heraus zu sein, ist offensichtlich.

Die Fahrt dauerte länger als geplant.


Sie kamen erst um 12:30 bei Cindy an, einer Studentin der Veterinärmedizin, in deren Haus die OPs stattfanden.


Die Begrüßung war lautstark…


Um den Zeitverlust wieder wett zu machen, operierten alle 3 Chirurginnen gleichzeitig, was sonst selten vorkam. Normalerweise bereitete immer eine Ärztin die Tiere für die OP vor. Doch in San Christobal standen Veterinärmedizinstudentin Cindy und eine zertifizierte Krankenschwester von Diakimyi sowie weitere Helfer aus dem Tierschutz zu Verfügung.


Dennoch wurde es ein sehr langer Tag.


Auch für diesen geduldig wartenden kleinen Kerl…

In den Tropen wird es früh dunkel. Irgendwann kommen die Stirnlampen zum Einsatz.


Anja Heß behält ihren Humor. Noch…!


Anja hat ein Kätzchen unterm Messer, das in absehbarer Zeit Mutter geworden wäre.


Wieder einmal ein Wurf vor einer Geburt in ein Leben ohne Zukunft bewahrt!


Patient Nr. 100, ein Meilenstein in jedem Einsatz, ist eine Katze.

Es war lange nach Sonnenuntergang und schon stockfinster draußen, als plötzlich der Strom ausfiel, während gerade 3 Chirurginnen 3 Patienten unterm Messer hatten.


Handytaschenlampen mussten genügen, um die OPs zu vollenden.

Nach einer dreiviertel Stunde war der Strom wieder da und es wurde weiteroperiert bis 22:30. Alle 40 Tiere wurden planmäßig kastriert! Dann ging es für eine Nacht nach Santo Domingo zu Adele Williams. Dort gab es zwar Strom, aber dafür lief das Wasser nicht und die heiß ersehnte Dusche musste warten…Inzwischen kam per SMS die Anfrage aus Boca Chica nach Niederbayern: „Wann kommen morgen die Ärzte?“ Die Antwort aus Santo Domingo nach Niederbayern: „Nicht vor Mittag! Müssen schlafen!“

Teil 2

Boca Chica…

Hier beginnt es, das Ungewöhnliche, noch nie da gewesene dieses Einsatzes…und, wenn alles gut geht, die Erfüllung eines lang gehegten Traums!

Eigentlich fing alles ganz „harmlos“ an.

Wie schon so oft, wurden wir im Dezember 2017 von einem Ehepaar, das in einem Hotel in der Dominikanischen Republik Urlaub gemacht hatte, nach Rückkehr von ihrer Reise kontaktiert. Diesmal war es das BelleVue Dominican Bay in Boca Chica: Am Hotelstrand hatten sie 8 erwachsene Hunde und 3 Welpen in sehr schlechtem Zustand beobachtet, die von der Security des Hotels mit Elektroschockern, Metallstöcken und Steinen traktiert wurden in dem Bestreben, sie von der Bar und dem Restaurant am Strand des Hotels fern zu halten. Das Ehepaar war entsetzt, wie auch andere Gäste, und sie beschwerten sich an der Rezeption. Daraufhin wurden die Quälereien unterlassen, doch es blieben berechtigte Befürchtungen, dass sich das nach ihrer Abreise wieder ändern könnte. Sladjana und Nenad schrieben eine Bewertung auf Tripadvisor eine Bewertung mit dem Titel URLAUB WÄRE SCHÖN WENN MAN FREUNDLICHER MIT KUNDEN UMGEHT.

Wir schrieben das Hotel an, ohne eine Antwort zu erhalten, und beschlossen, die Hunde im Februar von Anja, Ingrid und Anna kastrieren zu lassen, denn zu dem Zeitpunkt schienen die Ärztinnen noch nicht allzu zu viel zu tun zu haben…Uns war aber sofort klar, dass das allein nicht ausreichen würde und dass es uns gelingen musste, das Hotel davon zu überzeugen, eine betreute Futterstelle einrichten zu lassen. Emily Espinosa von Cat Lovers RD fuhr nach Boca Chica, um die Situation in Augenschein zu nehmen. Sie kam zurück mit einem schockierenden Ergebnis: Sie hatte nicht 8, sondern 117 Hunde und 62 Katzen im Strandbereich von Boca Chica gezählt. Solange diese Tiere an Hotels und Restaurants betteln, werden sie, egal, ob kastriert oder nicht, verfolgt, misshandelt und vielleicht sogar getötet. 2014 wurden alle Hunde an diesem Strand vergiftet. Was nun? Nur, wenn wir betreute Futterstation einrichten, die Tiere darauf konditionieren und Touristen davon überzeugen können, diese Stationen zu unterstützen und nirgendwo sonst zu füttern, wird es uns gelingen, bettelnde, hungrige Hunde von den Hotels und Restaurants wegzuziehen, und die Hotels davon zu überzeugen, dass es humane Alternativen zu ihrem grausamen Verhalten gibt, um das Streunerproblem zu lösen und dass diese Alternativen von den meisten Gästen geschätzt werden. Und nur dann können wir eine Wiederholung der Massenvergiftung von 2014 verhindern. Zum ersten Mal haben wir für so ein Projekt Helfer vor Ort, die uns unterstützen und Futterstationen täglich betreuen wollen, und eine Tierärztin, die sich einmal im Monat um die Gesundheit der Strandhunde kümmern will! Und ein Futterhändler hat sich bereit erklärt, dem „Hunderestaurant“ alle beschädigten Futtersäcke zum Sondertarif zu überlassen. Dennoch werden fortlaufend Kosten entstehen - wie das Ganze finanzieren? Wir haben für dieses Projekt ein Crowdfunding gestartet: , unser erstes, das ein voller Erfolg wurde.

Und während Anja Heß, Ingrid Stegemann und Anna Bremus in den Dörfern von Barahona kastrierten, liefen die Vorbereitungen für den Einsatz in Boca Chica und unser erstes „Hunderestaurant“ auf Hochtouren; ein Projekt, das zum Modell für ein humanes Management von Streunerpopulationen in Urlaubsgebieten werden könnte.

Am 7. Februar, während Anja, Ingrid und Anna in San Christobal einen 10stündigen "Kastrationsmarathon" hinlegten, entstanden in einer Druckerei in Santo Domingo nur für den Preis des Papiers 1000 zweisprachige Flyer, die über das Projekt aufklären, auffordern, nicht mehr am Strand oder in Restaurants zu füttern, Tierquälereien sofort auf Tripadvisor bekannt zu geben und unser Crowdfunding zu unterstützen.

 
Der Entwurf für den Flyer am PC…      …und das fertige Produkt!

Außerdem wurden T-shirts für ein Dutzend Dominican Scouts gedruckt, die unsere Flyer am Wochenende verteilen sollten; mit der Aufschrift „Helft uns, Boca Chicas streunenden Hunden und Katzenz u helfen“. Polizei, Tourismusbehörde und Gemeinde wurden über die Aktion informiert – Emily hatte wirklich an alles gedacht!


Inzwischen hat Mara Brasola, eine von 2 Tierschutzaktivistinnen in Boca Chica, vor Ort alles perfekt vorbereitet.


Ein leerstehendes Haus stand für die OPs zu Verfügung. Die OP-Tische bestanden aus Paletten; eine ebenso einfache wie geniale Lösung, um die Tischhöhe jederzeit für jeden Chirurgen optimal anzupassen.


Auf dem zu dem Haus gehörenden Grundstück war ein Teil abgetrennt, wo schon die ersten Patienten warteten.


Schnell hatten sich Anja, Ingrid und Anna eingerichtet und begannen mit der Arbeit.


Der erste Kandidat war Nummer 108. 10 Tiere wurden zum Auftakt am Donnerstag kastriert.

Am Freitag ging es dann richtig los…


Anna und Ingrid setzen einen Venenkather.


Anja begutachtet ihren nächsten Patienten.


Die Hundefänger sind pausenlos auf Tour…


…um die Ärztinnen mit Nachschub zu versorgen.


Mit Erfolg! Der Aufwachbereich füllt sich allmählich…


Obwohl der Fokus in Boca Chica auf Hunden lag, wurden auch 9 Katzen und 5 Kater kastriert.


Alle Strandhunde erhielten eine gelbe Ohrmarke, die Cat Lover Tammy Simo in letzter Minute organisiert hatte.


Damit sind die kastrierten Hunde als „Projektteilnehmer“ gekennzeichnet und so hoffentlich vor Verfolgung geschützt.


Maulkörbe sind ein unverzichtbares Utensil bei der Arbeit mit Streunern.


Nummer 153 und 154…


…sind die letzten Patienten an diesem Tag.


Abendstimmung in Boca Chica…Drei dreckverschmierte, blutbekleckerte Gestalten schleichen unter den befremdeten Blicken der Passanten in ihr Hotel. Es sind drei Tierärztinnen aus Deutschland.


Und da sind sie! Am Samstagmorgen treffen die Dominican Scouts in Boca Chica ein und gehen sogleich an die Arbeit. 1000 Flyer wollen verteilt sein! Sie waren wirklich überall…


…am Strand bei den Touristen…


…und im Ort bei den Einheimischen.


Sie informierten, diskutierten und erklärten.


Sie besuchten jedes Unternehmen wie hier eine Tauchbasis…


…und jedes Geschäft.


Nicht einmal die Kirche blieb von ihnen verschont.


Und am Ende hatten sie sie überzeugt! Die ersten Restaurants hingen unsere Poster auf und in den Geschäften lagen unsere Flyer aus.

.


Währenddessen wird unermüdlich weiter kastriert.


Die Tierärztinnen arbeiten ohne Pause.


Der letzte Patient am Samstag trägt die Nummer 177


Am nächsten Morgen, bei Nummer 178, sagt Anja Heß: „Das ist die letzte Flasche Xylazin. Danach ist Schluß!“


Aber nein! Schnell fährt jemand nach Santo Domingo und organisiert Nachschub.


Es kann weitergehen!


Dieser kleine Welpe war das Maskottchen des ganzen Einsatzes.


Immer fand die entzückende kleine Hündin einen Schoß, auf den sie klettern könnte.


Ihr Vertrauen in die Menschheit und der Glaube, dass sie zum Schoßhund bestimmt sei, schienen unerschütterlich.


Sie behielt Recht! In der Zwischenzeit konnten wir eine Möglichkeit für eine Pflegestelle für sie finden, wo sie bis zu einer endgültigen Adoption aufgenommen werden kann.


Ein weiterer Hund wird für die Kastration vorbereitet.


Es ist die Nummer 196. Auch diese Hündin erhält eine gelbe Ohrmarke. Sie ist die vorletzte…


Nummer 197 war der letzte Patient am 11.02. in Boca Chica.

Dann ging es für eine Nacht nach Santo Domingo zu Adele Williams. Ihr hatten Anja, Ingrid und Anna versprochen, am nächsten Morgen vor dem Abflug noch schnell ein paar Katzen zu kastrieren.


Die OPs fanden in einer Arztpraxis in der Nähe von Adeles Wohnung statt.


Wenn das Erreichen der Nummer 100 immer einen erfolgreichen Einsatz verheißt, ist die Nummer 200 die Bestätigung! Diesmal war es in beiden Fällen eine Katze.


Hier versucht sich jemand zu verstecken…


…und liegt doch bald darauf friedlich im Narkoseschlaf.


Nummer 205, der definitiv allerletzte Patient dieses Einsatzes…

Dann geht es schnell zum Flieger. Anja, Ingrid und Anna haben eine Heldentat vollbracht. Zuhause wartet bereits der berufliche Alltag und jede Menge Arbeit auf sie.

In Boca Chica geht es weiter! Restaurantbesitzer, Geschäftsleute und die Gemeindeverwaltung konnten für unser Projekt gewonnen werden. Mara Brasola hat dieses Grundstück als möglichen Ort für eine Futterstation gefunden, ein idealer Platz unweit des Strandes, zugänglich für tierliebe Touristen, die uns unterstützen wollen.


Hier könnten die Hunde auch weiterhin ihr Revier besetzt halten und Neuzugänge verhindern.

Die mündliche Zusage haben wir bereits von der Gemeinde Boca Chica. Jetzt warten wir auf die schriftliche Genehmigung. Dann kann mit dem Bau einer festen, wetterbeständigen Futterstation begonnen werden. Letztendlich werden 2 Stationen benötigt werden, da eine für etwa 50 Hunde ausreicht. Und nicht nur am Strand, auch im restlichen Boca Chica muss kastriert, Aufklärung betrieben und in Notfällen Hilfe geleistet werden, um einer Flut von Aussetzungen an der Futterstelle vorzubeugen. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr, die schon Projekte dieser Art an anderen Orten zu Fall gebracht hat. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen.

Wir danken allen, die an diesem Einsatz beteiligt waren oder ihn unterstützt haben, aus ganzem Herzen!

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