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Kastrationsprojekte

Kastrationsprojekt in Alonse, La Cienaga und Boca Chica

mit Anja Heß, Ingrid Stegemann, Dr. Alfred Huber und Dolores Rohrer 3.1.-11.1.2019

Am 2. Januar flogen Anja Heß, Ingrid Stegemann, Dr. Alfred Huber und Dolores Rohrer in die Dominikanische Republik. Diese wunderschöne Fotocollage schickte uns Anja Heß als ersten Gruß von dort und man sieht die Freude, die sie empfindet, wieder da zu sein, obwohl das nun schon ihre fünfte Reise in diese Region ist und sie genau weiß, dass harte Tage vor ihr liegen.

Am 3. Januar um 3:00 morgens landeten Anja Heß, Ingrid Stegemann, Dr. Alfred Huber in Santo Domingo, suchten ihren Leihwagen und fuhren zu ihrer Gastgeberin Adele Williams, wo sie sich erst mal von dem langen Flug erholten.

Danach wurden die Vorräte sortiert, die noch vom letzten Einsatz bei Adele lagerten, und einige Einkäufe getätigt, bevor es wieder zum Flughafen ging, um Dolores Rohrer abzuholen, die von der Schweiz über Spanien geflogen war und erst am Nachmittag ankam.

Endlich ist sie wieder dabei!

Dolores Rohrer, Vorsitzende der Associazione suizzera per l'aiuto e il supporto dei cani creoli und eng befreundet mit in der Schweiz lebenden, aus der Provinz Azua stammenden Dominikanern, hat das Projekt Dom. Rep. Südwest 2013 aus der Taufe gehoben, nachdem sie jahrelang mit ihren Freunden in diesen ärmsten und unterentwickeltsten Teil des Landes reiste und wusste: Hier muss etwas geschehen!

In den letzten 3 Jahren konnte Dolores aus beruflichen Gründen leider nicht teilnehmen und so konnte in Alonse und in der Favela von Santo Domingo nicht kastriert werden; Orte, wo nur Dolores‘ persönlichen Beziehungen und ihre Sprachkenntnisse die Einsätze ermöglichen.

Direkt nach ihrer Ankunft ging es nach Alonse, wo am 04.01. die Arbeit begann.


Gewohnt und gearbeitet wurde im Haus der Oma eines Freundes von Dolores, das über eine offene Pergola und einen geschlossenen Garten verfügt; ideale Arbeitsbedingungen mit viel Platz und Schatten.


Und da sind sie wieder, die wunderschönen OP-Tische, die Dolores 2013 hat schreinern lassen, extra auf die Größe von Anja Heß abgestimmt und sehr rückenschonend für die Chirurgen. Sie lagerten in den letzten Jahren in Alonse und wurden offensichtlich sehr gut aufbewahrt.


Rosalito, Gärtner, Hausmeister und Helfer der Hausherrin, erwies sich als guter Assistent.


Rosalito und Mali, Dolores‘ jahrelanger Helfer vor Ort, holten die Kastrationskandidaten mit dem Moped und sorgten dafür, dass den Chirurgen die Arbeit nicht ausging.


Der erste Patient des Einsatzes erhebt sich bereits wieder.


Die Nummer 2 noch vor dem Eingriff. Dolores schickte uns eine Nachricht vom Einsatzbeginn: „Erst 1,5 Stunden und wir sind schon beim 11. Hund!“


Auffällig viele sehr junge Tiere wurden zum Kastrieren gebracht.


Die meisten weit vor der Geschlechtsreife… Das zeigt, dass trotz der langen Pause bei den Menschen hier nichts von dem verlorengegangen ist, was Anja und ihr Team vor Jahren über Sinn und Zweck von Kastrationen zu vermitteln versuchten.


Alle Trächtigkeiten befanden sich in einem sehr frühen Stadium.

12 Hündinnen, 4 Rüden und eine Katze wurden am ersten Tag kastriert.


Am nächsten Morgen wurde noch ein Rüde in Alonse kastriert. Dann ging es nach San Francisco, einem kleinen Ort nahe Alonse, der 2015 zum letzten Mal Tierärzte gesehen hatte.


In diesen kleinen Orten, wo im Freien operiert wird, kommt es durchaus vor, dass der OP-Platz im Laufe des Tages wechselt…


…und der Ausblick vom OP-Tisch auch mal so aussieht. 10 Hündinnen und 3 Rüden wurden in San Francisco kastriert, alle auffallend gut genährt, dafür aber sehr stark von Flöhen und Zecken befallen.

Der 6. Januar, Heilige Drei Könige, ist ein hoher Feiertag in der Dominikanischen Republik und die Leute tun wenig anderes als in die Kirche gehen. Doch zum Glück meldete sich Vicky, Weggefährtin früherer Einsätze, aus El Corozo, wo einige Leute trotz Feiertag ihre Hunde kastrieren lassen wollten und so wurde der Leihwagen beladen mit Menschen, Ausrüstung und OP-Tisch…


Und los ging’s!


El Corozo, ein armes Dorf, das das Team bereits 2014 besuchte…


Viel hat sich seither hier nicht getan in Richtung Entwicklung. Auch die Sanitäranlagen sind immer noch dieselben.


Die Dorfbewohner haben sich bereits im Schatten eines großen Baumes versammelt. Es passiert nicht viel in diesen kleinen Dörfern. Der Besuch der Ärzte ist ein großes Ereignis – und Heilige Drei Könige gibt es schließlich jedes Jahr!


Jedes Tier wird nummeriert – hier die Nummer 34 - mit Nummer und Angaben zu Art, Geschlecht, Name des Tieres, des Besitzers und des Chirurgen, der Medikation, dem Datum der OP und dem Wohnort des Tieres in eine Liste eingetragen und dann einmal mit dieser Nummer fotografiert.

Hier handelt es sich also um die Hündin Dormenta von Senora Aileira, die am 06.01.2019 von Anja Heß in El Corozo kastriert wurde. Die Kamera zeigt ganz offensichtlich zwar das richtige Datum, nicht aber die lokale Uhrzeit an…


Nur ein OP-Tisch hat in den Leihwagen gepasst. Dr. Alfred Huber muss sich mit einem örtlichen Küchentisch begnügen.

In solchen Situationen wird jede Möglichkeit genutzt, um sauber und hygienisch zu arbeiten. Die Tische sind mit Folie überzogen, die ständig sterilisiert und gewechselt wird. Es werden buchstäblich Gallonen von Haut- und Flächendesinfektion bei jedem Einsatz verbraucht. Die sterile Innenseite der Verpackung der OP-Handschuhe dient als Ablage.


7 Hunde wurden in El Corozo kastriert…


…darunter ein Pärchen Chihuahuas, Priscilla und Monky, der zwar geistig behindert war, aber trotzdem heiß geliebt wurde.


Danach gab es eine Führung durch das Dorf.


Die meisten Leute hier betreiben etwas Landwirtschaft und halten sich ein paar Schweine, für die es aber auch keinen Tierarzt gibt…


Und so wurden dann eben 14 Schweine von Alfred Huber mit Ivomec gegen Parasiten behandelt.


Eine wohlverdiente Ruhepause vor der Rückfahrt nach Santo Domingo, denn für den 07. 01. steht die Favela La Cienaga auf dem Programm.


La Cienaga, eine Stadt in der Stadt, die nach ihren eigenen Regeln funktioniert…Wie jede Favela auf der ganzen Welt errichtet von Menschen, die es in die Großstadt zog, um der Armut auf dem Land zu entkommen und die dann feststellen mussten, dass ihr Traum von einem besseren Leben hier nicht in Erfüllung ging.

Erst einmal, 2015, waren unsere Ärzte hier, wohin sich keine Polizei, keine Feuerwehr, keine Müllabfuhr und kein Krankenwagen traut…


Enge Gassen…


…an deren fernen Ende man den Fluss erahnen kann.

Die Menschen hier leben in drangvoller Enge. Obwohl viele von ihnen die Favela täglich verlassen und in Santo Domingo arbeiten, reicht der Verdienst nicht für besseren Wohnraum. Die Regierung plant, die illegal erbaute Favela abzureißen, um Platz zu schaffen für neue Häuser, die für die jetzigen Bewohner unerschwinglich sein werden. Kein Mensch weiß, wann diese Pläne in die Tat umgesetzt werden sollen.


3 Katzen und eine Puppe, ein Stillleben der besonderen Art…


Mena, wie bereits 2015 die Schirmherrin der Kastrationskampagne.

Nari, Menas Sohn, der das Team sicher in die Favela und wieder hinausgeleitet, vor einem riesigen Berg Plastikflaschen, die er aus dem Fluss fischt und an eigens dafür eingerichteten Sammelstellen abgibt. Dafür erhält er dort Lebensmittelmarken für Reis, Mehl und andere Grundnahrungsmittel.


Olga heißt die Dame in dem roten T-Shirt. Sie stammt aus Spanien und hat in die Favela hineingeheiratet. Sie war sehr hilfsbereit, putzte Bestecke und sorgte für Getränke.


Bis in die Favela haben es die OP-Tische aus Alonse nicht geschafft. Hier wird auf Küchentischen operiert, die die Leute herbeischleppen.


Während Ingrid Stegemann einen Patienten auf dem Tisch hat, packen Dolores und der Hundebesitzer einen bereits operierten, noch narkotisierten Hund in frische, weiße Tücher ein. Sein Besitzer wird ihn nun während der Aufwachphase keine Sekunde aus den Augen lassen.


Die Bewohner von La Cienaga haben die Ärzte aus dem fernen Europa nicht vergessen.


Das Misstrauen, das noch beim ersten Mal herrschte, als viele, die noch nie ein narkotisiertes Tier gesehen hatten, meinten, die Patienten wären tot, ist geschwunden. Die Menschen sind froh, dass die Ärzte zu ihnen kommen.


Alfred Huber operiert eine Katze, bei dem niedrigen Tisch und in gebückter Haltung eine anstrengende Angelegenheit…


Anja, die Größte des Teams, operiert deswegen teilweise im Sitzen.


Die bunten Häuschen haben Hausnummern, obwohl sich wahrscheinlich niemals ein Postbote hierhin verirrt.


Heute aber ist etwas los vor dem Haus 322, was die Nachbarn magisch anzieht…


Vor dem Haus 329 ist dann Schluss. 10 Hündinnen, 3 Rüden und 4 Katzen wurden kastriert. Für das nächste Mal ist ein ganzes Wochenende in La Cienaga eingeplant, wo alle Bewohner zuhause sind und Zeit haben.

Der 08. 01. war ein freier Tag. Ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann ein Bummel durch die Zona Colonial standen auf dem Programm. Am Nachmittag fuhr das Team dann nach Boca Chica und wurde von Mara Brasola empfangen, die bereits den letzten Einsatz dort organisiert hatte.


Untergebracht waren sie wie beim ersten Mal in dem kleinen Hotel Neptuno’s Refugio

Das Haus, in dem das letzte Mal operiert wurde, ist leider abgerissen worden, doch Mara hat ein geeignetes Haus ganz in der Nähe gefunden, mit mehreren Räumen, teils abgeschlossen und einem Bad. Ihr Bekannter Roberto holte das Team jeden Morgen vom Hotel ab und fuhr sie in die Klinik.


4 – 5 Helferinnen waren immer da, um die Instrumente zu reinigen…


…die Listen zu führen und Fotos zu machen.


Wie schon beim letzten Mal ersetzten Paletten die Tische, eine ebenso einfache wie geniale Lösung, um für jeden Arzt und jeden Helfer immer eine Arbeitsfläche in optimaler Höhe zu haben.


Der Aufwachraum…

Eine der Helferinnen war Nancy, eine Veterinärmedizinstudentin, die bereits Kater und Rüden kastrieren konnte und eine große Bereicherung für das Team war.


Sehr bewährt haben sich Rettungsdecken zum Warmhalten der Tiere im postoperativen Stadium.


Diese Decken werden von nun an ein fester Bestandteil der Ausrüstung sein.

Gleich die erste Hündin war ein medizinischer Notfall. Sie hatte 2 Tage zuvor eine Totgeburt gehabt. 3 tote Welpen steckten noch in ihrem Bauch und sie hatte ein walnussgroßes Stickersarkom.


Eine Pyometra in fortgeschrittenem Stadium…Auch Stickersarkome kamen öfter vor.


Im Verlauf des Tages brachte Mara eine Plane als OP-Unterlage, die sich hervorragend bewährte.


33 Tiere wurden am ersten Tag in Boca Chica kastriert, 15 Hündinnen, 9 Rüden und 9 Katzen.


Viele der Tiere waren ehemalige Straßentiere, die sich an Pflegestellen befanden oder bereits adoptiert waren mit dem Versprechen, sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zu kastrieren.


Die Nummer 100, der letzte Patient des ersten Tages in Boca Chica


Der 10.01. begann mit Hunden. Diese Dame brachte gleich zwei, einen Rüden…


…und eine Hündin.


Dann folgte eine „Katzenschwemme“.


20 Katzen wurden an diesem Tag kastriert.


Hier wird der Venenkatheder schon auf dem Boden gesetzt. 18 Hündinnen und 7 Rüden wurden an dem Tag kastriert.


Als die Ärzte am Morgen des 11. 01., dem letzten Einsatztag, in der Feldklinik eintrafen, hatten die Helfer bereits 10 Leute mit ihren Tieren weggeschickt, die einfach nicht mehr zu bewältigen waren. Dennoch wurde bis um 19:00 gearbeitet.


41 Tiere wurden kastriert, 20 Hündinnen, 6 Rüden und 15 Katzen.


Bei Patient 141, einer Katze, musste Dolores Rohrer das Team verlassen. Ihr Rückflug ging bereits am 11.01.


2 Rüden waren Kryptorchiden, ein Hund hatte einen Nickhautvorfall, ein Hund hatte einen Herzkreislaufstillstand, konnte aber erfolgreich reanimiert werden. Eine Hündin hatte Pyometra.


Trotz aller Arbeit, die dominikanischen Helferinnen blieben immer gutgelaunt.


175, der allerletzte Patient des diesjährigen Einsatzes…

Wir danken allen Einsatzkräften, allen Spendern und Sponsoren, die dies ermöglicht haben, von ganzem Herzen!Gern hätten wir während des Einsatzes die geplante Futterstation für Strandhunde in Boca Chica eröffnet, doch der Supervisor der Stadtverwaltung, der die Errichtung des Fundaments auf öffentlichem Land überwachen soll, hatte Urlaub. Und so geht es mit kleinen Schritten weiter dem großen Ziel entgegen, ein Modelprojekt für den humanen Umgang mit Streunern in Urlaubsparadiesen zu schaffen.


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