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Kastrationsprojekte

Unser erstes Kastrationsprojekt für Berufseinsteiger
und alle, die ihre chirurgischen Erfahrungen vertiefen wollen

in Santiago de los Caballeros, Dominikanische Republik 02. – 16.02.2020

Seit 2009 führt der Verein zur Hilfe und Förderung des kreolischen Hundes e.V. nun schon Kastrationsprojekte für Hunde und Katzen in der Karibik durch, mittlerweile fünfzig Einsätze. Und genauso lange erhalten wir Anfragen von fortgeschrittenen Studenten und angehenden Tierärzten, die an einem Kastrationsprojekt teilnehmen wollen, um „Erfahrungen zu sammeln“. Bisher mussten wir das immer ablehnen, denn Feldeinsätze sind die Domäne erfahrener Chirurgen, die mit Minimalausrüstung möglichst viele Tiere in meist schlechtem gesundheitlichem Zustand kastrieren und sie bestmöglich medizinisch versorgen an Orten, die wenig mit einem normalen OP gemein haben, dafür aber oft viel Improvisationstalent und Kreativität erfordern. Es ist ein Knochenjob, für den unsere Ärzte ihren Urlaub opfern, unmöglich, dabei auch junge Kollegen anzuleiten. Außerdem dürften viele der dort gemachten Erfahrungen auf die hiesige Praxis gar nicht anzuwenden sein. Doch die Nachfrage nach Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu machen, ist groß und so haben wir 2018 begonnen, ein neues Projekt zu planen: Zweiwöchige Kastrationseinsätze speziell für Berufsanfänger, die, ohne den Anspruch, möglichst viele Tiere zu kastrieren, in Kliniken stattfinden sollen, die so weit wie möglich auf einem medizinischen Niveau sind, das dem hiesigen ähnelt, unter der Leitung von erfahrenen Chirurgen, die selbst nicht operieren, sondern sich ganz ihren jungen Kollegen widmen, die so in aller Ruhe und stressfrei Kastrationstechniken praktizieren können. Februar 20 war es dann endlich soweit.

Dra. Gisselle Santos, die 2010 an der ersten von uns finanzierten Lehrklinik in Sosúa teilnahm und längst selbst eine erfahrene Chirurgin ist, stellte ihre Klinik Hacienda Urbana zu Verfügung. Teilnehmer waren sechs österreichische Studentinnen, die gerade ihre Abschlussprüfungen hinter sich hatten: Kerstin Glavassevich, Jasmin Hamid, Helena Kovacova, Michelle Latzko,Agnes Lutz, Katharina Muhm.

Leitender Tierarzt war Sebastian Ganz von der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Justus-Liebig Universität Gießen. Der Einsatz, finanziert durch Spenden der Teilnehmerinnen, war ein voller Erfolg. Statt der angedachten 60 wurden 81 Tiere kastriert.

Hier der ERFAHRUNGSBERICHT „Kastrationsprojekt in Santiago, Dominikanische Republik“ von Kerstin Glavassevich, Helena Kovacova, Michelle Latzko, Katharina Muhm und Tierarzt Sebastian Ganz

Ich, Kerstin, wollte schon unglaublich lange ein Kastrationsprojekt machen, allerdings hat es sich als Herausforderung entpuppt, ein Projekt zu finden. Zufälligerweise bin ich von travelling_vet, einer österreichischen Pferdetierärztin, die durch Instagram sehr bekannt wurde, auf die Organisation „Verein zur Hilfe und Förderung des kreolischen Hundes e. V.“ hingewiesen worden. Zum Glück wurde zu diesem Zeitpunkt das erste Projekt mit Studenten von Isabel Gorski-Grobe geplant. Somit ergab sich, dass wir zwei Tag nach unserer letzten Prüfung ins Abenteuer Kastrationsprojekt gestartet sind. Am 02.02.2020 haben wir uns endlich auf den Weg in die Dominikanische Republik gemacht. Wir Mädels sind von Wien über Amsterdam und über Atlanta, Tierarzt Sebastian Ganz von Frankfurt über Atlanta angereist. 22 Stunden später kamen wir endlich in Santiago an, wo wir zum ersten Mal auf Sebastian trafen und alle unglaublich herzlich von Dra. Giselle Santos Diaz, ihrem Ehemann und ca. 10 Studenten empfangen wurden. Giselle ist die Tierärztin, in deren Praxis wir kastrieren durften. Obwohl wir erst um Mitternacht ankamen, war das Empfangskomitee unglaublich gut gelaunt und wir bekamen direkt die Lebensfreude der Dominikaner mit.


Sie haben uns mit 2 Autos abgeholt und wir fuhren ca. 2 ½ Stunden von Santo Domingo, der Hauptstadt, bis nach Santiago.


Unterkunft: Wir wurden in einem Apartment untergebracht, das Giselle gehört.
Es gab eine Küche…

…einen Wohnbereich mit Couch, einen großen Esstisch, zwei Bäder und drei Schlafzimmer. Ein Schlafzimmer war für Sebastian reserviert, eines hatte Platz für 2 Mädels und in dem Dritten war ein Bett und am Boden eine große Matratze, somit waren wir dort zu viert. Es war zwar nicht der erholsamste Schlaf am Boden, trotzdem hatten wir es sehr lustig zu viert. Dann gab es noch einen Wäscheraum mit Waschmaschine und Trockner und einen Balkon mit Sitzmöglichkeiten und Tisch. In der Küche ist ein großer Herd, Kühlschrank, Spüle und genügend Fläche zum Arbeiten (ist mit allem ausgestattet: Teller, Tassen etc.). In den Badezimmern gibt es eine große Dusche, WC, Waschbecken und Handtücher und ein Föhn ist auch vorhanden. (Achtung: Kein Klopapier in die Toilette werfen! Dafür ist der Mistkübel neben dem WC da). Klimaanlage und Ventilatoren sind auch in der Wohnung. Es ist alles sauber und echt schön. In der näheren Umgebung gab es Minimarkets und Restaurants…


…und den Circus, ein Street Food Market.


Innerhalb von 10 Minuten Fußweg war man auch bei dem Monument,
der Hauptsehenswürdigkeit von Santiago.


Weg zur Klinik: Die Kleintierklinik war etwa 15 Minuten von unserer Unterkunft entfernt. Morgens musste man selbst zur Klinik gelangen, was durch Uber wirklich gar kein Problem war.


Abends sind wir mit Conchos („öffentliche Verkehrsmittel“) gefahren
oder die Klinikleiterin hat uns heimgeführt.


Es gibt große Supermärkte am Weg von der Klinik nach Hause, wo man auch Banken hat, um Geld zu wechseln, denn man kann nur mit Dominikanischen Pesos bezahlen.


Beim Auspacken am ersten Tag in der Klinik

Hacienda Urbana ist eine Kleintierklinik, in der die Tierärztin Giselle arbeitet. Unterstützt wird sie von einer Sekretärin, einem Tierpfleger und einer variablen Anzahl studentischer Mitarbeiter. Es handelt sich um eine einfache Klinik, in der primary health care betrieben wird. Wenn es darauf ankommt, kann die Tierärztin aber z.B. auch Frakturen durch Osteosynthese versorgen. Der Hauptfokus liegt aber auf der Populationskontrolle durch Kastrationen. Die Klinik selbst ist ein Gebäude und besteht aus Annahme, Station, Untersuchungsraum…


…und zwei kleinen OPs.


Uns wurden beide kleinen OPs zur Verfügung gestellt.
Jeder hatte einen Tisch, einen Art Beistelltisch und ein kleines Licht.


Dieses hat oftmals nicht ausgereicht um für gute Beleuchtung während der Kastration zu sorgen, weshalb wir uns mit Stirnlampen oder Handyleuchten aushelfen mussten.

Zusätzlich war auch ein Hundefrisör in dem Gebäude untergebracht.


Angeschlossen ist ein Außenbereich…


…mit vielen Zwingern,…


…Boxen…


…und auch größeren Ausläufen,…


…in denen insgesamt ca. 40 Tiere untergebracht sind.


Zum Teil wie in einem Tierheim.

Außerdem gibt es ein Mikroskop und eine kleine Labormaschine.


Im Außenbereich haben wir unseren Vorbereitungsraum
für die Operationen von großen Hunden aufgebaut.


Kleine Hunde und Katzen haben wir direkt in den OP-Räumen vorbereit.


Nach den Operationen wurden die Tiere auf die Station, in die Boxen oder Zwinger
bzw. direkt in Transportkörbe verbracht.

Hacienda Urbana im Internet:


Tagesablauf: Das Projekt dauerte insgesamt zwei Wochen. Es ging von Montag bis Freitag…


…und die Wochenenden waren frei.

Unter der Woche haben wir jeden Tag von ca. 8:30 bis durchschnittlich 18:00 Uhr kastriert. Wir waren insgesamt 6 Studentinnen und ein Tierarzt. Wir haben uns immer in Dreierteams aufgeteilt.


Es haben je 2 Leute kastriert…


…und eine Person war für die Anästhesie zuständig.


Bei der Patientenvorbereitung haben wir uns immer abgewechselt,…


…damit wirklich jeder alles oft genug üben konnte.

Mittags haben wir immer eine halbe Stunde Pause gemacht und danach weiter kastriert. Das Mittagessen war meistens Hühnchen mit Reis, aber manchmal auch Pizza und wurde immer von den Klinikmitarbeitern bestellt.


Insgesamt haben wir in diesen 10 Tagen 81 Tiere kastriert.


Wir haben Kater kastriert,…



und Kätzinnen,…


Unsere erste weibliche Katze war gleich ein Volltreffer,
da sie eine Pyometra hatte.


Rüden…


Kerstin: „Meine ersten Hundehoden, die ich komplett eigenständig entfernt habe.“


…und Hündinnen…



Diese hatte eine glandulär-zystische Hyperplasie des Endometrium, die Vorstufe von Pyometra.


Diese Hündin hatte vor ein paar Tagen einen Welpen abortiert hat
und ihr Uterus war deshalb noch so riesig.

Immer wieder haben wir aber auch andere "Kleinigkeiten" behandelt wie z.B. Bissverletzungen, Durchfall, Hautkrankheiten…


…und Parasiten.

Man muss explizit erwähnen, dass wir ALLES selbst machen durften. Von Katheter setzen,…


…Dosis ausrechnen und Medikamente applizieren…


…über intubieren


…bis hin zur selbständigen Kastration. Es war wirklich das praxisbezogenste Projekt, das wir je gemacht haben. Aber man war auch nie allein.


Anfangs hat der Arzt je einen Kater, Rüden, eine Kätzin und Hündin gemeinsam mit einem von uns durchgeführt und die anderen haben zugeschaut. So konnte man noch mal sichergehen, wie man es richtig macht.


Ab dann war Sebastian daneben und hat zugeschaut, Fragen beantwortet und eingegriffen, wenn man Hilfe brauchte.

Sebastian war wirklich ein toller Lehrer, der uns extrem viel beigebracht hat und uns ein tolles Gefühl der Selbstständigkeit vermittelt hat! Klinikmitarbeiter: Das Klinikteam war sehr nett und hilfreich und hat uns in der Freizeit auch einiges gezeigt - so konnten wir einen Einblick hinter die typischen Touristenrouten gewinnen. Bei Problemen/Fragen jeglicher Art konnten wir uns immer an die Klinikleiterin wenden und sie hat sich bemüht uns zu helfen. Sie war auch immer zur Stelle, wenn Sebastian bei einem Team eingreifen musste und das andere Team zur selben Zeit Hilfe brauchte. Man fühlte sich, als wäre man Teil einer großen Familie.


Sebastian Ganz mit Dra. Gisselle Santos und seinen Studentinnen


Sicherheit: Die Nachbarschaft unserer Wohnung wirkte ziemlich nobel, das heißt, dort gab es kein Problem mit der Sicherheit.

Man konnte beruhigt zu Fuß zu den Märkten und Restaurants gehen. Generell mussten wir uns untertags keine Sorgen über die Sicherheit machen. Jedoch ist es in der Dominkanischen Republik empfehlenswert, nach Einbruch der Dunkelheit nicht alleine unterwegs zu sein und am besten in der Nacht gar nicht zu Fuß zu gehen.

Wichtige Informationen: Das Verbrauchsmaterial wurde von uns in den Koffern aus Österreich mitgebracht. Mullbinden, Tesa, Kompressen, Handschuhe, Spritzen, Nadeln, etc... Auch Tierarzt Sebastian Ganz hatte einen ganzen Koffer mit Materialien wie Operationsbesteck und Trachealtuben mit.

Verbesserungstipps: Wir haben uns abgesprochen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es auch ein paar Verbesserungstipps gibt.

Da wir parallel in Teams gearbeitet haben, war es für Sebastian zeitweise sehr stressig, wenn wir zeitgleich seine Hilfe benötigt haben. Deshalb der Tipp, das nächste Projekt mit zwei Tierärzten durchzuführen. Dann ist ein Tierarzt allein nicht so ausgelastet und gestresst und die Studenten profitieren auch davon, da man natürlich mehr Aufmerksamkeit beim Beseitigen von Problemen bekommen kann. Außerdem haben wir noch wichtige Tipps, was das Material angeht. Wir hatten viel zu viele Infusionsbestecke für die haargenau ausreichende Menge an vorhandener Infusionslösung. Aber auch wenn wir mehr NaCl / Ringerlösung gehabt hätten, hätten wir nicht mehr Tiere nach der OP infundieren können, da dafür einfach nicht die Zeit da war bzw. man manchen Tieren im Wachzustand nicht näherkommen konnte. Außerdem kam das Isofluran erst in der zweiten Woche und das Anästhesiegerät hat nicht funktioniert. Deshalb unsere Empfehlung: Beim nächsten Mal sollte man mehr Propofol bestellen und kein Isofluran.


Wir hatten definitiv zu viele große Tuben, da wir viele kleinere Tiere hatten.


Man bräuchte deswegen weniger große Tuben und mehr Tuben im Bereich zwischen 5 und 7 und natürlich für die kleineren Tiere auch mehr blaue Katheter. Insgesamt bräuchte man mehr unsterile, aber vor allem sterile Tupfer und mehr Abdecktücher.

Reisetipps: Da wir am Wochenende frei hatten und wir einheimische Studenten kennengelernt haben, konnte man mit ihnen einiges unternehmen. So gingen wir am Freitag in Bars und fuhren Samstag gemeinsam mit ihnen nach Sosúa an den Strand. Sonntag fuhren wir mit einer organisierten Busreise nach Samana zum Whale Watching und auf eine Insel namens Cayo Levantado. All das ist absolut empfehlenswert.


In Santiago selbst ist es empfehlenswert, einmal den Sonnenuntergang…


…vom Monument in der Innenstadt anzuschauen.


Santiago im letzten Abendrot

Danach oder vor dem Projekt sollte man sich unbedingt Zeit nehmen um das Land zu erkunden. Es ist doch recht groß, also braucht man mindestens ein paar Tage. Ein Teil von uns fuhr anschließend nach La Romana in ein All-inklusiv-Resort und Helena fuhr alleine weiter ins Landesinnere. Dort ging sie reiten, wandern und paragleiten. Es gibt ein sehr vielfältiges Angebot an Unternehmungen und es ist definitiv das Geld wert, wenn man länger bleibt!

Fazit: Wir finden das Kastrationsprojekt ist extrem empfehlenswert, da man sehr viel selbst machen darf und unglaublich viel lernt. Es war eine unserer besten Entscheidungen, daran teilzunehmen. Wir fühlen uns ab jetzt definitiv sicher, wenn wir ein Tier kastrieren sollen. Außerdem hat man auch in anderen Bereichen sehr viel dazu gelernt, wie die OP-Vorbereitung (Katheter schieben, intubieren, etc.) und den Umgang mit aggressiven und ängstlichen Tieren.

Das Leben in der Dom. Rep. ist laut und anfangs etwas chaotisch. Der Straßenverkehr wirkt auf ersten Eindruck sehr chaotisch, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Die Dominikaner sind sehr nette und hilfsbereite Menschen. Man kann gut und billig essen gehen und kommt mit Uber auch sehr einfach rum. Alles in allem war es eine unglaublich tolle Erfahrung, welche wir alle auf keinen Fall missen möchten.


Sebastian Ganz, das Klinikteam und die 6 Studentinnen, die zum Abschluss eine Teilnahme-Urkunde der Hacienda Urbana erhielten. Aber auch in ihrer Heimat wurde der Einsatz als Praktikum anerkannt.

Wir hoffen, noch viele solcher Einsätze anbieten zu können. Voraussetzung dafür sind genügend Teilnehmer – sechs sind ideal – und Ärzte, die bereit sind die Einsatzleitung zu übernehmen und ihre jungen Kollegen zu unterrichten.


Kastrationsprojekt in Grenada
mit Claudia Bretthauer

21. – 29.02.2020


Am 21.02. flog Claudia Bretthauer mit ihrem kleinen Helferteam zum 4. Mal nach Grenada.
Von links nach rechts Steffi, Claudia, Alex, Annika, Heike und Svea.


Der Einsatz fand diesmal im Shelter der GSPCA in St. George’s statt, der Hauptstadt von Grenada.


Bereits am Morgen des 22.02. war der kleine OP voll mit wartenden Patienten.


Und Claudia legte los: 19 Hündinnen, 2 davon trächtig,…


…14 Rüden, einer davon mit einem Hoden in der Leiste,…


…6 Katzen, darunter eine trächtige…


und einen Kater kastrierte sie am ersten Tag.


Ronaldo und sein Helfer brachten wie gewohnt Tiere herbei…


…und bald füllte sich auch der schattige Platz gegenüber dem Shelter mit Boxen.


Nachschub für Claudia: Steffi und Svea tragen einen Patienten zum OP.


Heike, hier ganz verliebt in einen kleinen Hund,…


…war ansonsten durchgehend mit dem Desinfizieren der Instrumente beschäftigt.


Jedes Tier erhielt 4 Injektionen insgesamt: Anästhesie, Antibiotikum, Schmerzmittel,
eine Spritze gegen Würmer und Parasiten und wurde tätowiert.


Am 23.02. operierte Claudia Bretthauer 19 Hündinnen, 11 Rüden,…


…8 Katzen und 7 Kater. 3 Hündinnen und 2 Katzen waren trächtig.
Eine Hündin hatte Pyometra, 2 Rüden waren Kryptorchiden.


Am 24.02. wurden 9 Hündinnen, 8 Rüden,…


…4 Katzen und 1 Kater kastriert. 2 Hündinnen und 3 Katzen waren trächtig.
Eine Hündin hatte Pyometra, 3 Tiere kamen mit Zeckenfieber über 40°C.


An diesem Tag war mittags Schluss. Das Team gönnte sich einen freien Nachmittag.


Ein Bummel durch das beschauliche Städtchen St. George’s…


Einmal Tourist sein…


…und zum Abschluss an den Strand und ins Meer.


St. George’s im Sonnenuntergang.


Am nächsten Morgen warteten die Patienten schon.


12 Hündinnen…


…10 Rüden, 5 Katzen und 2 Kater wurden am 25.02. kastriert.


Zu den in den Boxen wartenden Patienten gesellen sich die schlafenden,…


…die die OP bereits hinter sich haben.


Am 26.02. kastrierte Claudia Bretthauer 3 Hündinnen, 4 Rüden, 3 Katzen und 8 Kater.
Ein Kater war ein Kryptorchid.


Am 27.02. wurden 16 Hündinnen, 15 Rüden, 8 Katzen und 4 Kater kastriert.
Auch diese noch sehr junge Hundedame wurde erfolgreich operiert.


Sie wird niemals Babys haben.


Natürlich kamen auch Patienten mit diversen Krankheitsbildern,
die behandelt werden mussten, wie dieser Hund mit Räude…


…eine schlimme Ohrverletzung…


…ein übles Zeckenohr.

Am 28.02. kastrierte Claudia Bretthauer morgens nochmal 5 Hündinnen, einen Rüde und eine Katze.

Dann war es Zeit, nach insgesamt 204 OPs, für den Transfer zum Flughafen – so eine Woche vergeht schnell!
Am 29.02. ist das Team wieder wohlbehalten in Frankfurt gelandet.

Dies dürfte für längere Zeit unser letzter Einsatz auf Grenada gewesen sein. Es ist der GSPCA gelungen, 2 Tierärztinnen fest unter Vertrag zu nehmen. Wir hoffen, dass mit ihnen die Kastrationsarbeit erfolgreich fortgesetzt wird und glauben, dass unsere Ärzte zurzeit anderswo dringender gebraucht werden.

Bereits am 22.03. fliegt Claudia Bretthauer wieder los, diesmal in die Dominikanische Republik nach Las Terrenas, begleitet von den Tierärztinnen Sonja Krämer und Julia Wöhrle. Bis zu 300 Tiere erwarten sie dort.



Kastrationseinsatz in Boca Chica
mit Caribbean Spay Neuter

12. – 16.02.2020

Dies war unsere erste Kooperative mit einer großen, amerikanischen Tierarztorganisation. Ziel waren 500 Kastrationen.

Bisher wussten wir nur, dass die amerikanischen Vereine sehr große Teams senden, die nur wenige Tage operieren, während wir mit kleinen Teams arbeiten, die ein bis zwei Wochen bleiben.

Doch was es an logistischen Herausforderungen für unsere dominikanischen Partner bedeutete, eine zwanzigköpfige Gruppe zu empfangen, zu beherbergen und zu verpflegen, war uns nicht wirklich bewusst gewesen.

Die Aufgabenteilung war wie folgt:Caribbean Spay Neuter sandte ein Team von 7 Chirurgen und 11 Tierarzthelfer/innen und Volontären und übernahm die Kosten für Medikamente und Materialien.

Wir finanzierten den Transport vom Flughafen und zurück, die Unterkunft und die Verpflegung und Emily Espinosa von Cat Lovers RD übernahm mit ihren Volontären die Einsatzorganisation vor Ort.

Die Vorbereitungen begannen bereits im Juli 19 mit der Suche nach einer geeigneten Spedition, um Verbrauchsmaterialien vorauszuschicken, was gar nicht so einfach war. Dann gab es große Schwierigkeiten, was die Sicherstellung der benötigten Menge an Anästhesie betraf. Es bedurfte Genehmigungen sowohl für die Einfuhr in die Dominikanische Republik als auch für die Ausfuhr aus den USA. Die dafür notwendigen Dokumente konnten in dem zu Verfügung stehenden Zeitraum nicht beschafft werden. Die Alternative war der Kauf der Medikamente in der Dominikanischen Republik, was sich bei der Quantität ebenfalls als sehr großes Problem erwies, das erst in letzter Minute gelöst werden konnte.

Untergebracht waren die Amerikaner im Neptuno’s Refugio, hier mit der Eigentümerin Doña Rita. Mara Brasola hatte das Problem der Unterbringung so vieler Menschen best-möglichst gelöst und Übernachtungen mit Frühstück in dem sehr schönen Hotel gebucht, wo auch schon Anja Heß und ihr Team 2018 und 2019 wohnten.


Vom Flughafen abgeholt wurden sie von Scarlett Grillo,
die auch Dr. Beisl in Punta Cana empfangen hatte.


Emily Espinosa und Mara Brasola hatten sehr schöne Räumlichkeiten zum Operieren gefunden in unmittelbarer Nähe zum Hotel.

An dieser Stelle möchten wir des Ende letzten Jahres verstorbenen Bürgermeisters gedenken, der dem Tierschutzprojekt Boca Chica sehr gewogen war und sich persönlich um einen geeigneten Ort für die geplanten Kastrationen hatte kümmern wollen.

Besonders erfreulich für uns ist, dass wir generell eine positive Einstellung in der Gemeinde Boca Chica feststellen können. Während der Vorbereitungen für diesen Einsatz hatten sich zwei Restaurantbesitzer an Emily Espinosa gewandt, die ein Problem mit sich unkontrolliert vermehrenden Katzen hatten und dies durch Kastrationen lösen wollten. Dr. Beisl erklärte sich bereit, zu helfen und flog im Dezember in die Dominikanische Republik. Er kastrierte 145 Katzen.

Seine dominikanischen Kollegen setzten seine Arbeit fort, bis das erklärte Ziel von 200 Katzen erreicht war. Das Foto von Katze Nr. 200 erhielten wir kurz vor dem Eintreffen von Caribbean Spay Neuter.

Und die Restaurantbesitzer, das Bocana und der Catering Service Ivelisse, die versprochen hatten, bei der Verpflegung des amerikanischen Teams zu helfen, hielten Wort: Abend für Abend spendierten sie die Lebensmittel für ein Dinner für 20 Personen, das dann von einer Köchin zubereitet wurde.

Für das Mittagessen sorgte Mara Brasola.


Am 12.02. wurde der OP aufgebaut.


Vom 13. bis 16.02. wurde kastriert.


20 Tische standen zu Verfügung für die OP-Vorbereitung…


…und zum Operieren.


Jeder Chirurg hatte seine eigene Instrumentendesinfektion.


Am ersten Tag wurden 87 Tiere kastriert.


Der Aufwachbereich


Am zweiten Tag waren es 103 Tiere…


…am dritten Tag 108…


…und am letzten Tag 88.


Schlafende Tiere überall, auch im Außenbereich…


…wo sich die Rezeption befand.


Elsa, eine dominikanische Volontärin, nahm die Patienten auf.


Die Arbeit von Emily Espinosa, ihren Dominican Scouts und die beiden vorangegangenen Einsätze von Anja Heß und ihrem Team machten sich bemerkbar.


Die Leute kamen in Scharen und brachten ihre Tiere.


Sie kamen in Autos…


…und in Pappkartons.


Viele Tiere waren noch sehr jung.


Die Boxen wurden von Dr. Lourdes Ripley zu Verfügung gestellt.


Sie waren groß genug, um jeweils mehrere Hunde zu beherbergen.


Die Hundefänger von Mara Brasola leisteten großartige Arbeit Besonders dieser Herr machte sich um die Kastrationskandidaten verdient.


Mit seinem Fahrzeug schaffte er allein über 50 Hunde herbei.


Auch die Volontäre der Tierschutzorganisation Rescate Nefertiti waren an den Tiertransporten beteiligt…


…und brachten viele Tiere.


Neben Kastrationen mit und ohne Trächtigkeiten gab es natürlich die üblichen Krankheitsbilder: Pyometra…


Tumore…


Verletzungen…


Augenprobleme…


…und Hauterkrankungen wie Dermatophytosis…


…ein ansteckender Pilz, im Englischen Ringworm genannt…


Dieser Hündin wurde ein gutartiger Mamatumor entfernt.


Und obwohl dies ein Einsatz für Hunde war…


…wurden auch eine große Zahl Katzen kastriert.


Auch der Rüde von Neptuno’s Refugio wurde kastriert.


Er erholte sich schnell von der OP.


Doña Rita liebt ihren Moyse sehr. Ihre Katzen waren bereits vor diesem Einsatz kastriert. Neptun’s Refugio wird demnächst unter Tierfreundliche Hotels gelistet werden.

Happyends gab es auch.


Diese Hündin wurde in sehr schlechtem Zustand gebracht.


Sie erholte sich schnell…


…und entwickelte sich zu einem richtigen kleinen Herzensbrecher, den man einfach nicht mehr auf die Straße zurückschicken konnte. Sie durfte mit einer amerikanischen Tierärztin in die USA ausreisen.


Und dieser Winzling, der am Strand aufgefunden wurde und im Alter von wenigen Wochen bereits Anzeichen von Räude zeigt, befindet sich in lokaler Obhut.

Die angestrebte Zahl von 500 Kastrationen wurde nicht erreicht, doch auch 386 Tiere, die sich nicht mehr fortpflanzen, sind ein sehr schönes Ergebnis, das sich in Boca Chica bestimmt bemerkbar machen wird.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Dr. Lourdes Ripley, einer dominikanischen Tierärztin, die mit ihrer Organisation Pets Breeding Control sehr viele Kastrationen in ihrer Heimat durchführt und für Boca Chica nicht nur Transportboxen zu Verfügung stellte, sondern auch für eine amerikanische Chirurgin einsprang, die verhindert war. Und ebenso großen Dank an alle, die in irgendeiner Weise durch Spenden oder Arbeitsleistung an diesem Einsatz beteiligt waren!Zusammenfassend müssen wir sagen, dass sich die Zusammenarbeit mit solch großen Teams trotz des schönen Ergebnisses für uns nicht eignet und die Ausnahme bleiben wird. Die Organisation solcher Einsätze und die Unterbringung solch großer Gruppen, und sei es auch nur für wenige Tage, stellen für unsere lokalen Partner eine hohe Belastung dar und wir sind gut beraten, weiterhin mit kleinen Teams deutscher Tierärzte zu arbeiten, die 1–2 Wochen bleiben, deren Unterbringung, Transport ect für unsere lokalen Partner viel leichter zu bewerkstelligen ist und die darüber hinaus vielerorts einfacher einsetzbar sind, da viel anpassungsfähiger an vorhandene Gegebenheiten. Auch die Finanzierung von Einsätzen mit solch großen Teams ist eine Herausforderung. Ohne zusätzliche Wohltäter vor Ort, wie z. B. Hotels, Restaurants, Firmen ect., die Unterkünfte, Essen u. ä. sponsern, explodieren die Kosten schnell. Unsere anteilige Kostenbeteiligung bewegte sich im Rahmen unseres normalen Budgets, doch, die Investitionen aller Beteiligten addiert, war der Preis pro OP mehr als doppelt so hoch wie üblich bei unseren Einsätzen.

Wie geht es in Boca Chica weiter? Der Einsatz hat gezeigt, dass durchaus Fortschritte zu verzeichnen sind, doch es bleibt noch viel zu tun.

Eines der wichtigsten Ziele muss sein, in Boca Chica eine eigene, kleine, aber zuverlässige Tierschutzorganisation aufzubauen, mit der Emily Espinosa ihre Ziele weiter verfolgen kann; Reproduktionskontrolle durch Kastrationen, Aufklärung der Bevölkerung, Reduzierung von Aussetzungen und herrenlosen Tieren, Betreuung und Überwachung der Strandtiere über ein Futterprogramm. Dies ist ein Prozess, der (viele) Jahre in Anspruch nehmen wird.

Wir werden ihn mit jährlichen Kastrationseinsätzen begleiten.


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