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Kastrationsprojekte 2010


Inhalt


Kastrationsprojekt mit Tarek El-Kashef

16.11. - 30.11.2010

Tarek El-Kashef Mein Trip auf das Eiland Hispaniola begann schon am Abflughafen in Düsseldorf mit einem unsicheren Gefühl: Würden die 8 kg Atemkalk, die in meinem Koffer bei jeder Bewegung laut raschelten, die Reise unbeschadet, und vor allem vom Zoll unentdeckt, überstehen? Denn es war klar, würde meine Fracht im Koffer auffliegen, dann würde auch das gut verschnürte Paket mit 10 Flaschen Antibiotika und diversen Antiparasitika den deutschen oder den dominikanischen Behörden ins Auge fallen. Umso mehr fiel mir ein Stein vom Herzen, als ich nach Ankunft am Flughafen Puerto Plata inmitten einer Atmosphäre von lächelnden, schönen Dominikanern, untermalt von Merengue und Salsa, mit Sack und Pack durchgewunken wurde. Der erste Schritt in das Projekt war getan.

Tarek El-Kashef Es war heiß, insbesondere, da ich Deutschland bei 0°C im November verlassen hatte, und mir hier die Sonne mit 25°C ins Gesicht lachte. Kaum aus der Flughafenhalle rausgetreten, wurde ich auch schon herzlich mit einem „holla“ von Jeanette in Arm begrüßt, da wusste ich, richtige Entscheidung! Jeanette, eine Britin, immer lachend und gute Laune versprühend, war vor einigen Jahren mit ihrem Mann David ausgewandert, bauten hier ein Haus, und nun arbeitete Sie als „volunteer“ in Judy´s Petlounge, wo sie die Buchhaltung und P.R. erledigt. Ich würde noch weitere „volunteers“ mit einem sehr ähnlichen Hintergrund besonders aus Kanada und England, aber auch aus Holland und Deutschland kennenlernen.

Zunächst fuhren wir mit Jeanettes Jeep zum Büro von AAASosua, Asociacón de amigos por los animales de Sosúa.

Judy, immer in Action

 

Tarek El-Kashef Die Leiterin, Judy, kam 1996 nach Sosua, um als Tierarzthelferin für einen amerikanischen Tierarzt zu arbeiten. Mit der Zeit wandte sie sich jedoch Tieren zu, deren medizinische Versorgung nicht sichergestellt werden konnte, und gründete mit Kathryn Neal eine Stiftung zu deren Schutz. Nach deren Tod, führt Judy die AAASosua alleine fort. Sie denkt und spricht schnell, so daß sogar andere Amerikaner manchmal Probleme haben, ihr zu folgen. Kaum angekommen in der AAASosua, wurde ich gleich von einer deutschen Besucherin, die einen Fundhund zur Kastration abgeben wollte, zum Barbecue eingeladen.

Diese Dame, eine ehemalige Übersetzerin für die EU, lebt mit ihrem amerikanischen Ehemann, einem Architekten, auf der Seahorse Ranch, einer sogenannten guarded area. Der von ihr am Strand gefundene Hund war ein Streuner. In der Dominikanischen Republik gibt es zwei Arten von Hunden, Beachdogs und Streetdogs. Die Hunde fühlen sich häufig in Ihrer Umgebung wohl, sie leben häufig solitär oder in kleinen Gruppen und sind gegenüber Passanten, egal ob Dominikaner oder Ausländern sehr offen. Tarek El-Kashef Woraus man schließen kann, dass die Tiere gut behandelt werden. Jedoch gehört es zur Tagesordnung, daß Hunde immer wieder vergiftet werden, Krankheiten zum Opfer fallen, und nicht zuletzt durch Welpenreichtum für ihre eigene Dezimierung sorgen.

Tarek El-Kashef Nach kurzem „Hallo“ und Vorstellung der Praxis, die erstaunlich gut eingerichtet ist, 2 Inhalationsnarkosegeräte, zwei OP- Tische, Autoklaven, etc. stehen zur Verfügung, bekam ich meinen ersten Einsatz mitgeteilt: Am nächsten Tag sollte ich nach Santiago fahren, der zweitgrößten Stadt der DR. Dort hatte eine befreundete dominikanische Tierärztin, Giselle, mindestens 80 Hunde und 150 Katzen aufgenommen, die ein deutsches Ehepaar, welches das Land Hals-über-Kopf verlassen musste, zurückgelassen hatte. Bemerkenswert hierbei ist, dass das ehemals wohlhabende Ehepaar, aus den Staaten einreisend mehrfache mittels eines Privatjets streunende Katzen aus Delaware, U.S., hatte einfliegen lassen. Da die Flucht kopfüber geschah, mussten diese Tiere schnellstens aufgenommen werden, da sie ansonsten sich selbst überlassen worden wären, was für die große Mehrheit vermutlich den Tod bedeutet hätte.

Tarek El-Kashef Da der Vater von Giselle eine Hühnerfarm am Stadtrand von Santiago betreibt, wurden dort freie Stallungen genutzt, um die Hunde unterzubringen. Der mehrmalige Transport mittels LKW für die ca. 80km lange Strecke, sowie die gesamten Kosten für Kastrationen und anfallende Futterkosten, z.T. medizinische Betreuung muß von Giselle und der AAASosua getragen werden. Zusätzlich stellt der Vater von Giselle täglich Personal ab, dass die Tiere versorgt, die Unterkünfte reinigt, etc. Nach der kurzen Einführung in der Praxis nahm mich Jeanette mit zu sich nach Hause, wo ich Ihren Mann David kennenlernte. Ich hatte ein nettes Zimmer mit Blick auf Bananenstauden und umherlaufenden Hühnern, und wurde von dem Ehepaar, welches trotz ihrer Herzlichkeit stets auch Privatsphäre bot, mit einem Abendessen empfangen.

Tarek El-Kashef Am nächsten Morgen fuhren Judy und Francin, ein holländischer volunteer, die auch im größten Chaos Ruhe und Ordnung verbreiten konnte, zusammen mit zwei Mitarbeitern einer amerikanischen Tierschutzorganisation nach Santiago. Mir fiel dabei zum ersten Mal auf, dass die Organisationen vor Ort auch zusammenarbeiten. Wenn Geld oder Medikamente, natürlich immer im Mangel, oder Unterkünfte gebraucht werden, versucht man sich gegenseitige bestmöglich zu helfen. So auch bei unserem anstehenden Einsatz in Santiago, während dem die von Giselle aufgenommenen Tiere behandelt und kastriert werden sollten. Da Giselle außerdem Parasitologie und Labortierkunde an der Uni in Santiago lehrt, waren für meinen dortigen Einsatz auch täglich Studenten angekündigt, die praxisorientiert die Arbeit unterstützen wollten.

Tarek El-KashefAngekommen in der Hacienda Urbana, der Praxis von Giselle, die gleichzeitig auch ein Tiersalon und eine Tierpension ist, warteten schon die ersten Hunde auf ihre Kastration. Auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen. Was mir besonders gefiel, war, dass ich zu keinem Zeit das Gefühl hatte, dass Einheimische sich nicht um das Wohl ihrer Tiere kümmerten, oder das jetzt der tolle Tierarzt aus Deutschland kommen musste, der den Leuten erst einmal zeigen würde, wie man Tiere behandelt. Viel mehr profitierten beide Seiten von einem großen Wissenspool.
Das Konzept des Aufbaus der Kastrationsstätte in Giselles Hinterhof, vergleichbar einem Feldlazarett, hatten wir in verschiedene Stationen eingeteilt: 1. OP-Vorbereitung, 2. OP-Tisch mit mobiler Gasinhalationsnarkose und 3. OP-Nachsorge. Tarek El-Kashef Jeder Bereich wurde abwechselnd mit volunteers und Studenten besetzt, die in ihre Stationen eingewiesen, verschiedene Aufgaben übernahmen. Hier muß ich die einzige Kritik äußern, die ich während meines Aufenthalts hatte. Es ist in jedem Land schwierig, die studentische Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, dabei v.a. das nötige Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln, z.B., dass die saubere Vorbereitung des Patienten, das Scheren, die exakte Medikation, die Narkoseüberwachung, Protokollierung, etc. mindestens genauso wichtig sind, wie die Operation an sich. Da natürlich fast jeder Student selbstständig operieren will, war es manchmal für mich schwierig die Studenten auf ihre Arbeit zu fokussieren.

Natürlich musste ich auch in einigen Momenten Kompromisse mit meiner Einstellung akzeptieren. Insbesondere hatte ich in meiner Unilaufbahn nur in Zeiten von Praktika OPs aktiv begleitet und durfte erst in den oberen Semestern, nachdem ich mich bei Vorarbeiten bewiesen hatte, handwerkliche Griffe tätigen. Tarek El-Kashef Hier führten sogar Studenten unterer Semester nach kurzer Einführung Ops aus, obwohl ihnen kaum die Anatomie, insbesondere aber zumindest aber weder OP-Technik noch Pharmakologie bekannt waren. Natürlich war mir auch das Kupieren der Schwänze von ca. 4 – 5 Wochen alten Rottweiler Welpen ein Greuel. Dennoch ist dies kein Manko des Tierschutzgedankens in der DR, denn auch in Deutschland habe ich gleiche Probleme gesehen. Das versöhnliche an dieser Situation war, dass man ich mit den Leuten im Gespräch meine Einstellung offen darstellen konnte, ohne dass sich jemand verletzt gefühlt hätte.

Mein ursprünglich für 2 Tage geplanter Einsatz in Santiago, während dessen ich bei Giselles offener und gastfreundlicher Familie wohnte, die mich großzügig umsorgte, wurde spontan um 2 Tage verlängert, da Giselle nach 2 Tagen in die U.S.A. aufbrach, um Spenden für ihre Mission Tarek El-Kashef aufzubringen. Da wir keine ausreichende Beleuchtung in unserem provisorischen Lazarett hatten, mussten wir unsere Arbeit täglich gegen 17.00h einstellen. Deshalb fuhr ich an zwei Abenden mit Giselles Eltern zu deren Farm, um mir dort ein Bild von den Zuständen der Hunde machen zu könne, die von dem deutschen Ehepaar zurückgelassen worden waren. Tarek El-Kashef Im Dunkel der Nacht fuhren wir auf das Gelände, zunächst sah ich riesige Freilufthühnerställe mit Bodenhaltung. Schon von weitem hörte ich Hunde bellen. Wir waren mit dem Truck von Giselles Eltern unterwegs, auf der Ladefläche hatten wir 5 Hunde, die wir in den Tagen zuvor kastriert hatten.

Einer der Hunde hustete zwischendurch immer wieder, bis zu meiner Abreise waren für mich nicht klar, ob sich hier eine Staupe anbahnte, was fatale Folgen für den Bestand haben könnte. Tarek El-Kashef Im hinteren Teil der Farm befanden sich also ungenutzte Ställe, in den gemauerte Verliese benachbart angelegt waren, alle waren durch eine gemeinsame Rinne miteinander verbunden, über die ständig Wasser lief. Sollten die Hunde nun daraus trinken, würden diejenigen am Ende des Gebäudes natürlich unter Umständen auch Verunreinigungen durch Harn, Kot, etc. der vorherigen Ställe aufnehmen. Die Ställe an sich waren erstaunlich sauber, auch wenn faustgroße Kakerlaken aufgeschreckt umherliefen, sobald ich in der totalen Dunkelheit eine Lampe anmachte oder ein Foto schoß. In jedem der Ställe fanden sich zwischen einem und drei Hunden, die teilweise neugierig die Köpfe durch die Gitter streckten, sich teilweise auch in die letzte Ecke zurückdrängten, sobald ich an ihrer Tür erschien.

Die Besuche auf der Hühnerfarm bewegten mich sehr tief, denn obgleich hier versucht wurde, mit einfachsten Mitteln die Tiere am Leben zu halten, bis eine bessere Möglichkeit gefunden worden war, befanden sich diese in einem Zustand, der mich beschämte, als mir klar wurde, mit welchen Problemen ich mich manchmal in Deutschland konfrontiert sehe. Mir wurde in diesem Moment klar, dass diese Reise nicht mehr der Rückkehr nach Deutschland enden konnte, sondern dass ich, dass wir als Tierärzte und Menschen mit gesundem Verstand diese Tiere nicht einfach ihrem Schicksal und den Bemühungen von AAASosua und Giselle und ihrer Familie überlassen konnten. Ich dachte daran, dass es besser wäre, aus tierschutzrechtlichen Gründen die Hunde, die entweder eine aufwendige Therapie benötigten oder aufgrund einer Erkrankung oder beispielsweise einer Fraktur, die nicht ausreichend behandelt werden könnte, was außerdem die Vermittlung an Besitzer oder die Rückkehr auf die Straße wesentlich erschweren würde, mit humaneren Methoden eingeschläfert werden sollten als z.B. mit hochdosiertem Kaliumchlorid. Dadurch würde sich für die Hunde mit weniger oder keinem Leiden eine reelle Chance bieten, in eine glücklichere Zukunft entlassen zu werden, außerdem hätten die anderen Hunde zumindest die Möglichkeit, in Würde gehen zu können. Mit diesen und anderen Gedanken fuhr ich nach vier Tagen in Santiago zurück nach Sosua.

Nach einer Nacht in Judys Haus, die ich nun endlich auch genauer kennenlernen konnte, ging nun die Arbeit in Sosua los. Hier fühlte ich mich nach den ersten Tagen in den improvisierten Umständen wie in einer Hightec Tarek El-Kashef Klinik, als ich am ersten Morgen zusammen mit Dr. Frank, der mehrmals jährlich seine Praxis in Massachusetts vertreten ließ, um mit seiner Frau Karen zusammen an Judy´s Projekt teilzunehmen, unsere ersten Patienten zu kastrieren. Mit Frank war das Arbeiten leicht, professionell und mit großer Ruhe dirigierte er die volunteers, arbeitete dabei schnell und sauber, und die eine oder andere Technik konnte ich mir bei ihm, der schon wesentlich mehr Erfahrung als ich Assistent hatte, abgucken.
Judy hatte ihr Team aus Voluntären sehr gut im Griff. Tarek El-Kashef Besonders, wenn man bedenkt, dass keine der Damen eine Ausbildung als Tierarzthelfer oder Tierpflegerin hatte. Die Voluntäre waren in aller Regel Frauen aus aller Herren Länder, die ohne Bezahlung halbtags die Praxisarbeit unterstützten. Natürlich wurde bei diesen Gelegenheiten auch immer der neueste Tratsch getauscht und so ging den Damen auch nie der Gesprächsstoff aus, immer unter den wachsamen Augen Judy´s, die dafür sorgte, dass jeder seine Aufgaben mit größtmöglicher Sorgfalt erledigte.

Tarek El-Kashef Tarek El-Kashef

In Anbetracht der Umstände ist es erstaunlich, dass wir bei gut hundert Kastrationen in etwa 10 Tagen „nur“ 2 Hunde verloren haben, wobei eine der beiden Patienten durch eine Hernie bedingt wahrscheinlich einen Gebärmuttervorfall durch die Bruchpforte erlitten hatte, die nachfolgend wohl schon Tage vor der chirurgischen Versorgung zu einer Pyometra geführt haben mochte.

Tarek El-Kashef

Abgesehen von der fachlichen Exkursion in die DR, wollte ich natürlich auch Land und Leute kennenlernen, da ich mir aus dem persönlichen Antrieb, Tarek El-Kashef den Schwerpunkt meiner Reise auf das Projekt zu legen, vorgenommen hatte, nicht umherzureisen, habe ich die Tarek El-Kashef Städte Santiago und Sosua sowie Cabarete genauer gesehen. Dennoch muß ich sagen, dass ich jede Stadt sicherlich ganz anders kennenlernen konnte, als ein 08/15 Pauschalurlaub aus dem Reisebüro das möglich machen könnte. Täglich erhielt ich mehrere Angebote, um Leute auf Ihren Anwesen zu besuchen, während meines Aufenthalts fand außerdem am Strand von Cabarete ein Jazzfestival statt, zu dem mich volunteers mitnahmen, genauso wie ein Surfcup, der am Strand von Cabarete stattfand, ein in der Szene bekanntes Surfermekka, dass mich ein wenig an Del Mar in Kalifornien erinnerte. Dort gibt es auch viele Kiteschulen.

Tarek El-Kashef Tarek El-Kashef Tarek El-Kashef

Zum Reiten kam ich leider nicht mehr, unvergessen bleibt jedoch z.B. die Einladung zum Thanksgivingdiner von Dr. Frank, seiner Frau Karen und deren Vermietern Bruce und Cary, deren Villa direkt am Meer der erste Ort auf der Welt war, an dem ich gleichzeitig zwei Regenbögen sah.

Tarek El-Kashef Besonderes an dieser Reise empfand ich, ohne großen Aufwand mit vielen Leuten von überall her in Kontakt kommen zu können und einen Blick in ihr Leben zu bekommen, ohne Verpflichtungen eingehen zu müssen. Wenn ich jedoch zurückgezogen meines eigenen Weges gehen wollte, so war auch dies kein Problem. Tarek El-Kashef Judy, die durch ihre Arbeit viele Leute in der Umgebung kennt, hat viele Gönner, so war es mir z.B. freigestellt, in einem kleinen, sauberen Hotel direkt in Sosua zu wohnen, von wo ich an jeden Tag meiner dortigen Zeit meine allabendlichen Erkundigungstouren durch Sosua startete.
Sosua ist eine Stadt, die auf Entertainment besonders von Männern ausgerichtet ist, daher war die Stadt für mich zwar interessant, jedoch hielt ich mich lieber in Cabarete auf, wo ich teils der warmen Brandung des Atlantiks fröhnte, teils durch die Hauptstraße schlenderte und mich an den vielen Surfshops und dem entsprechenden Publikum kaum satt sehen konnte.

Tarek El-Kashef

Tarek El-Kashef Zwei Wochen gingen schnell vorbei, trotz der Projektarbeit fühlte ich mich erholt und zudem ein noch tieferes Band zu meinem Beruf. Und zum Idealismus, der diesem anhaftet: gerne möchte ich in die DR zurückreisen, weitere Tiere behandeln, aber auch hier in Tarek El-Kashef Deutschland weitere Kollegen und Menschen ermutigen, den Aufrufen von AAASosua und gleichen Organisationen zu folgen, um vor Ort ein Bewusstsein für unsere Mitgeschöpfe zu entwickeln, was in Anbetracht der Umstände im Nachbarland Haiti, die menschenunwürdig sind, sicherlich nicht einfach ist. Dennoch musste ich während meiner Reise in die DR öfters an einen Satz Ghandis denken, der mir in Deutschland trotz unserer Entwicklung nicht immer so offensichtlich erscheint: Die Entwicklungsstufe einer Gesellschaft offenbart sich am Umgang mit ihren Tieren.

Tarek El-Kashef
Immer die Schokoladenseite zeigen

Tarek El-Kashef
Kleiner Mann ganz groß

Tarek El-Kashef Tarek El-Kashef
Kassenpatienten

Tarek El-Kashef
Privatpatienten

Tarek El-Kashef
Kinderstation

Tarek El-Kashef Tarek El-Kashef
Tarek El-Kashef

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Kastrationsprojekt mit Heike Müller

30.07. - 06.08.2010

Natürlich wollten wir auch 2010 wieder Ärzte aus Deutschland in die Karibik schicken. Heike Müller von der Kleintierklinik Bergstrasse war die erste, die unserem Aufruf folgte, der anfang des Jahres an viele deutsche Tierkliniken und -praxen erging:

"Der Verein zur Hilfe und Förderung des kreolischen Hundes e.V. lädt alle Tierärzte ein, die sich vorstellen können, einen dem Tierschutz dienenden Arbeitseinsatz mit einem Karibikurlaub zu verbinden, sich an unseren Kastrationsprojekten in der Dominikanischen Republik zu beteiligen.

Gesucht werden:

Ärzte, die selbstständig und allein kastrieren können und bereit sind, in die Dominikanische Republik zu fliegen und ihre Zeit und Material für den guten Zweck zu spenden.

Geboten wird:

Die Buchung günstiger Flüge durch unseren Verein unter Beteiligung an allen den Ärzten entstehenden Flug- und Materialkosten soweit irgend möglich und die Ausstellung von zu 100% von der Steuer absetzbaren Spendenquittungen für alle Beträge, die von uns nicht vollständig übernommen werden können.

Kostenlose Unterbringung und Verpflegung für die Dauer des Kastrationsprojekts in der Dominikanischen Republik und die Zeit Ihrer Erholung danach mit der Möglichkeit, diese schöne Insel auf einzigartige Weise kennenzulernen."

Die Kleintierklinik Bergstrasse und Kollegen sowie die Malakoff Apotheke in Mainz waren unglaublich hilfsbereit und spendeten Medikamente, Instrumente, Nahtmaterial und Verbandszeug im Wert von fast 900 Euro. Am 30.06. flog Heike Müller, beladen mit 61 Kilo veterinärmedizinischer Spenden, nach Puerto Plata. Bis zum 06.07. kastrierte sie in Sosua 34 Tiere; 17 Hündinnen, 9 Rüden, 6 Katzen, 2 Kater.

Heike Müller
Heike Müller
Heike Müller

Judy's deutscher Freund Wolfgang, der im gleichen Flugzeug saß wie Heike Müller, sorgte dafür, daß in der knapp bemessenen Zeit auch der rekreative Teil unseres Angebots nicht zu kurz kam.

Auf dem Rückflug nahm Heike Müller die kleine Bonita mit, die nach einem langen halben Jahr endlich in Frankfurt von einem überglücklichen Marcus in die Arme genommen wurde. Bonita ist jetzt auf unserer Seite Erfolgsgeschichten zu finden.

Heike Müller hat ihren Urlaub für einen 2. Aufenthalt in der Dom. Rep.in diesem Jahr schon eingereicht. Der Termin steht noch nicht genau fest. Begleiten wird sie dann ihre Mutter, die auf der Insel, von der sie nun schon soviel gehört hat, Ferien machen möchte.

Das erste veterinärmedizinische Ausbildungsprojekt in Sosua

07.06.- 18.06.2010

Vom 7. - 18. Juni 2010 fand in Sosua ein ganz besonderes Kastrationsprojekt statt:

Dr. Claire Clooney aus Kanada unterrichtete 2 dominikanische Tierärzte und 4 Studenten, auf bestmöglichste Weise schnell, sicher und schonend zu kastrieren.

Doctors and students

Unterstützt wurde sie dabei von Dr. Robert Amelingmeir, dem dort niedergelassenen Tierarzt, der schon oft bei schwierigen Operationen eingesprungen ist,…

Dr. Robert Amelingmeir

…und Dr. Werner aus den USA, der mit Studenten für eine Tollwutimpfkampagne in die Dom. Rep. gekommen war. 10 Tage lang, montags bis freitags, lernten und arbeiteten junge, wißbegierige Studenten und Tierärzte Seite an Seite mit erfahrenen Veterinären.

Doctors and students Doctors and students
Sie waren mit Begeisterung und Feuereifer bei der Sache.

Doctors and students Doctors and students

Insgesamt 67 Tiere wurden in dieser Zeit kastriert: 39 Hündinnen, 17 Rüden, 8 Katzen und 3 Kater. 42 von ihnen standen schon vor dem Eintreffen von Dr. Clöoney auf der Liste der OP-Kanddaten. Dr. Gizelle, eine der teilnehmenden Veterinäre aus Santiago de los Caballeros, der zweitgrößten Stadt der Dom. Rep., möchte, nachdem sie genug Erfahrungen gesammelt hat, solche Kastrationsprojekte auch in anderen Teilen der Insel durchführen.

Dank der Spenden von Gabriele Mertens, Margot Weiner, H. Kuchel, Gerda Precking, Erika Csatlos, Christine Elbe, den Rottaler Tierfreunden, Marion Krah, Helga-Martina Zander, Martina Patterson und Ute Gerling stiegen unsere Mittel zur Finanzierung dieses Projekt von anfänglich 40 auf 77 Kastrationen, das Guthaben für 10 OP's wird für das nächste Kastrationsprojekt vom 30.07. - 06.08. mit Heike Müller verwandt. Das durch unsere Beteiligung freigestellte Geld des Kathryn Animal Relief Funds wird zum Ankauf des als mobile Klinik vorgesehenen Trailers verwendet. Somit haben Sie, liebe Spender, nicht nur unzähliges Welpenleid verhütet, sondern auch dazu beigetragen, die kommende Generation einheimischer Tierärzte auszubilden und dafür gesorgt daß die zukünftige mobile Klinik der A.A.A.S, die in entlegenen Dörfern eingesetzt werden wird, jetzt bereits zur Hälfte finanziert ist! Allen, die sich daran beteiligt haben und allen, deren Spenden zu unserem Startkapital von 40 OP's beigetragen haben,unseren allerherzlichsten Dank!

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Kastrationsprojekt mit Dr. Diane Levitan

26.01. - 29.01.2010

Dr. Diane Levitan war, wie versprochen, vom 26. - 29. 01. in Sosua und hat 52 Tiere kastriert, 36 Hündinnen, 7 Rüden, 5 Katzen und 4 Kater. Dank unserer Kastrationspaten konnten wir die Aktion mit 300 Euro unterstützen. Der nächste Arzt hat sich für Ende März angkündigt. Derweil versuchen wir, auch für dieses Jahr wieder einen deutschen Arzt zu finden, der in die Dom. Rep. fliegt.

Und hier die Fotos von Dr. Levitan:


















Kastrationsprogramm 2010 - die Spenderliste

Andrea Müller

Renate und Werner Wegner

Evelyn Schell

Renate Schad

Marion Krah

Bruno Pauliks

Anita Konzack

Ingrid Gögelein

Marleen Heinrich

Gabriele Wildfeuer

Ute Gerling

Ganz herzlichen Dank!

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