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Kastrationsprojekte


Inhalt


Katzenkastrationsprojekt in Boca Chica, San Christobal und Santo Domingo

mit Dr. Josef Beisl 13. – 20.12.2019

Am 10.12. flog Dr. Josef Beisl von München nach Punta Cana, zu einem Katzenkastrationsprojekt mit den Cat Lovers RD wie bereits 2016.

Anlass für den diesjährigen Einsatz war die Anfrage zweier Restaurantbesitzer aus Boca Chica bei Emily Espinosa, die ein Problem mit sich unkontrolliert vermehrenden Katzen bei ihren Restaurants haben und lieber kastrieren statt vergiften wollten. Seit Dezember 2017 gibt es das Projekt Boca Chica, das – wer weiß es noch? – mit dem Hilferuf zweier Touristen begann, die sich über Tierquälereien beschwerten, verübt vom Wachpersonal an den Strandhunden ihres Hotels. Seither entwickelt sich das ambitionierte Projekt, das eine Futterstelle und medizinische Betreuung für kastrierte Streuner vorsieht, sehr schleppend. Zwar wurde die Futterstation mithilfe deutscher Spender gebaut und wir haben seither jedes Jahr Tierärzte zum Kastrieren nach Boca Chica geschickt, doch wann das Futterprogramm, das komplett in einheimischer Hand liegt, endlich beginnt, steht noch in den Sternen, und das, obwohl die Gemeindeverwaltung und der unlängst verstorbene Bürgermeister das Programm sehr begrüßten und sämtliche notwendigen Genehmigungen erteilten. Und auch der neue Bürgermeister soll ein Hundefreund sein. In der Zwischenzeit tun wir hier alles, was wir können, um das Projekt zu fördern. Und da neben Kastrationen die Verbesserung der Einstellung zum Tier bei der einheimischen Bevölkerung die wichtigste Aufgabe ist, war klar, das dem Wunsch der beiden Restaurantbesitzer unbedingt entsprochen werden musste. Ermöglicht wurde dies durch große Unterstützung unserer Spender und Förderer – herzlichsten Dank an alle! - Doch es wurden nicht nur Katzen in Boca Chica kastriert, sondern auch in San Christobal und Santo Domingo.

In Punta Cana wartete Scarlett, die kein Wort Englisch spricht, am Flughafen mit einem Schild, auf dem in großen Lettern Dr. Josef Beisl stand, um den Tierarzt nach Santo Domingo zu fahren.

Santo Domingo, Hauptstadt der Dominikanischen Republik, Millionenmetropole, Asphaltdschungel und Schauplatz von schon einigen unserer Kastrationseinsätze, nicht nur für die Cat Lovers, sondern auch in der berüchtigten, von allen gemiedenen Favela La Cienaga unten am Fluss…

Nach einer Nacht in einer temporären Unterkunft zog Dr. Beisl in eine Eigentumswohnung ins Torre Natali. Hier vermieten wohlhabende Dominikaner, die in Immobilien investieren, ihre Wohnungen an Feriengäste oder andere, die nur vorübergehend eine Bleibe brauchen, und so kommt es vor, dass sich oft mehrere Personen eine Wohnung teilen – ein dominikanisches Model der Immobilienfinanzierung.

Am 11. und 12. Dezember wurde noch nicht operiert. Ramón, der Mann von Cat Lover RD Vorsitzenden Tammy Simo machte mit Dr. Beisl eine Stadtführung. Sie bummelten durch die Zona Colonial, stießen auf ein Kunstwerk ganz eigener Art, ein Weihnachtsbaum im Zeichen von Coca Cola…


…besuchten die Kathedrale von Santo Domingo…


…mit ihren vielen Kunstschätzen und machten einen Ausflug zum Strand.


Die Halle der Dominican Scouts.

2016 hat Dr. Beisl hier einige Tage gearbeitet und insgesamt 80 Katzen kastriert. Die Dominican Scouts fungierten als Helfer und mehrere Tierärzte von Santo Domingo besuchten die Klinik und operierten mit ihrem deutschen Kollegen.

Sie alle waren damals sehr befremdet von dem Kastrationsbrett und der Methode, weibliche Katzen zum Kastrieren an den Hinterbeinen aufzuhängen. Und da wir immer wieder Kritik zu hören bekommen über diese von vielen Tierärzten bevorzugte und optisch auf Laien so „grausam“ wirkende Methode der Kastration, hier noch einmal die medizinische Erklärung der Tierärztin Anja Heß: "In dieser Position gleiten Milz und Darm in Richtung Zwerchfell und geben dem Chirurgen den bestmöglichsten Zugang zu den Ovarien. Ein geübter Chirurg macht jetzt nur noch einen Schnitt von 1 cm und braucht etwa 5 - 10 min für die OP."  Der Katze ist es egal – sie ist im Reich der Träume…Die dominikanischen Tierärzte waren nach anfänglichen Zweifeln sehr angetan von der Methode.


Am 13.12.2019 fand in der Halle nur ein kleiner Auftakt zum Einsatz statt.


Ganze sechs Kätzchen wurden kastriert.


3 Kater…


und 3 Weibchen.


Am 14. Dezember ging es nach San Christobal…


…zu Diakimyi, einer Auffangstation für Hunde und Katzen.


Auch hier hat Dr. Beisl schon 2016 kastriert und so gab es ein Wiedersehen mit Freunden.


Operiert wurde im selben Raum wie damals.


Und alle halfen mit Begeisterung beim Aufbau des OPs.

Da steht sie, neben der Papierrolle, die kleine Schermaschine Vetiva Mini, für Katzen besonders gut geeignet und ein Geschenk unserer Spender an Dr. Beisl. Sie hat sich sehr bewährt.


Dr. Beisl operierte 21 Katzen in Diakimyi.


Postoperative Überwachung in der Aufwachstation.
Zu jeder Katze gehört ein Formular mit genauer Beschreibung.


8 Kater wurden kastriert…


…und 13 Katzen.

Am nächsten Tag ging es endlich nach Boca Chica! Noch kurz zuvor war es fraglich gewesen, ob der Einsatz in Boca Chica am 15.12. überhaupt stattfinden könne. Heftige Regenfälle hatten zu Überschwemmungen und überfluteten Straßen geführt.

Die Villa Residencial Las Tejas stellte ihre Räumlichkeiten für die OPs zu Verfügung. Sie finden dieses schöne Urlaubsdomizil auf booking.com


Das Kastrationsbrett wurde in der Küchenzeile installiert…


…die Instrumente wurden auf einer Kommode desinfiziert…


…und die Katzenkäfige standen überall auf dem Boden und dienten auch als Ablage.


Und dann ging’s los!

Bei einem Kater trat plötzlich aus ungeklärter Ursache eine Hyperthermie auf. Dr. Beisl trug ihn schleunigst zum Pool und legte ihn auf die relativ kühle Beckenumrandung. Das Fieberthermometer zeigte 41,3° an – kritisch, doch der Kater erholte sich nach einiger Zeit wieder.


Am Abend waren 15 Katzen kastriert; 7 Katzen und 8 Kater.


Katze Nr. 40 war auch dabei.

An diesem 15. Dezember erreichte uns in Deutschland ein Hilferuf von Touristen aus Boca Chica: Verletzter Hund am Strand mit einer großen, blutenden Wunde am linken Vorderbein, stark abgemagert und scheinbar in großen Schmerzen.

Es gelang uns zwar, den Kontakt zwischen den Feriengästen und Dr. Beisl herzustellen, doch dann war der Hund am großen Strand von Boca Chica nicht mehr auffindbar. Am 17.12. kam die gute Nachricht von den Touristen: „Der Hund ist in Sicherheit! Wir haben ihn bei der Organisation Rescued by Love unterbringen können. (Eine neue Organisation, derzeit nur mit Instagramprofil, aber bald auch auf unserer Adressenseite zu finden). Er wird auf die Reise nach Deutschland vorbereitet und wir werden ihn adoptieren.“ Bravo! Wir waren natürlich sehr, sehr glücklich über diese Nachricht. Und wünschen uns noch viele weitere Touristen, die nicht wegsehen, sondern handeln!

Am nächsten Tag wieder starke Regenfälle, weitere Überflutungen und kaum ein Kätzchen, das sich fangen ließ. Die meisten Katzen in Boca Chica sind sehr scheu, halbwild, und hatten sich allesamt verkrochen, um dem schlechten Wetter zu entgehen. Es wurde beschlossen, nach Santo Domingo zurückzukehren und dort bei mit den Cat Lovers befreundeten Tierärzten weiter zu operieren.


Standesgemäße Begrüßung durch einen stattlichen Kater.


In den nächsten beiden Tagen operierte Dr. Beisl zusammen mit Dr. Luis in dessen Praxis.


34 Tiere wurden kastriert, 20 Katzen und 14 Kater.


Auch er wird sich nicht mehr fortpflanzen.


Dr. Beisl war begeistert von Dr. Luis und seinem kompetenten Team.


In den letzten 3 Tagen arbeitete Dr. Beisl in der Praxis von Morelba Rivero.

Senora Rivero hatte Dr. Beisl schon 2016 in der Dominican Scout Hall besucht und auch sie hatte damals wie alle anderen das Kastrationsbrett bestaunt, mit anfänglich gemischten Gefühlen...

Senora Rivero konnte sich den Traum vom veterinärmedizinischen Studium erst sehr spät im Leben erfüllen und ist immer noch nicht fertig. Deshalb ist in ihrer Praxis die Tierärztin Rosangela festangestellt, die das Kastrationsbrett sehr gern benutzt.


Und so klein sind die Schnitte dann!


23 Katzen wurden am 18.12. kastriert, 16 Weibchen und 7 Kater.

Adele Williams, ehemalige Leiterin der Peace Corps Volontäre für die Provinz Barahona und jetzt im Ruhestand, kam 2 Tage und half, die Instrumente zu desinfizieren. Durch Adele, die unsere Arbeit in Barahona sehr unterstützte und Tierärztin Anja Heß und ihr Team schon oft in ihrer Wohnung Santo Domingo beherbergte, kam unsere Zusammenarbeit mit den Cat Lovers RD zustande, als die große Katzenfreundin uns 2016 um Hilfe für die Katzen von Santo Domingo bat.


Der 19. Dezember begann mit der hundertsten Katze. Sie war natürlich ein besonderer Patient!


Insgesamt wurden an diesem Tag 17 Tiere kastriert, 15 Katzen und 2 Kater.

Am letzten Tag waren es 29 Kastrationen, 14 Katzen und 15 Kater. Hier der letzte Patient, Nr. 145. Obwohl alle Tiere von Parasiten wie Würmern, Flöhen und Milben befallen waren, stellte Dr. Beisl eine Verbesserung des Allgemeinzustands gegenüber 2016 fest. Im Schnitt waren 2 -4 Katzen pro Tag trächtig. Einige hatten Abdominal- und Mamatumore, aber es gab keine Pyometra bei den Katzen und keine Kryptorchiden unter den Katern.

Zum Abschluss erhielt Dr. Beisl von den Cat Lovers eine Anerkennungsurkunde für seine Beiträge zum Tierschutz in deutscher Sprache. Auf diese Urkunde darf er zu Recht stolz sein!

Am 21.12. fuhr Dr. Beisl mit Cat Lover RD Vorstandsmitglied Penelope zurück nach Punta Cana und verbrachte eine Nacht in einem Strandhotel.


Es gab ein großartiges Buffet…


…und die Hotelhalle war festlich-weihnachtlich geschmückt trotz 30° draußen.

Dr. Beisl tat endlich das, wofür Touristen seit Jahrzehnten in die Karibik pilgern. Er genoss Sonne, Meer…


…und Strand.

Am nächsten Tag ging es zurück ins winterliche Deutschland. Er kommt bestimmt zurück!

Inzwischen wird seine Arbeit von den dominikanischen Kollegen Dr. Luis und der Praxis Rivero weitergeführt. Medikamente und Materialien dazu hat er dagelassen und eine Dame namens Angel hat versprochen, die Katzen von Boca Chica, die wegen des schlechten Wetters nicht kastriert werden konnten, nach Santo Domingo zu fahren. Sie hat Wort gehalten! Hier die Katzen, die seit Dr. Beisls Abreise schon operiert wurden:

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Kastrationsprojekt in Yonu, Las Terrenas und Sanchez

mit Claudia Bretthauer (16.10.–24.10.2019)

Seit 2017 fliegt Claudia Bretthauer jedes Jahr zweimal für uns in die Karibik, einmal nach Grenada und einmal in die Dominikanische Republik. Eigentlich wollte sie die Dom. Rep. diesmal ausfallen lassen, aber wir haben einen neuen Einsatzort in der Gegend von Yonu.

Hier betreibt Gabi Schummer seit 18 Jahren einen Reitbetrieb Gabis Ranch. Ihre Kunden kommen aus dem nur 40 Fahrminuten entfernten Punta Cana, dem größten All Inklusive Zentrum der gesamten Karibik. Etwa 100 dieser Mega-Hotels reihen sich aneinander am 50 Kilometer langen Sandstrand von Bavaro; alle internationalen Hotelketten sind hier vertreten. Doch außer den Reitern, die an Gabis Trailritten teilnehmen, verirrt sich kein Tourist in die Gegend von Yonu.

Kein Euro oder Dollar des von der Tourismusindustrie erwirtschafteten Vermögens wird hier ausgegeben; es fließt alles zurück in die Herkunftsländer der ausländischen Investoren, aus denen auch die Touristen kommen – wie überall in Entwicklungsländern, die sich aus klimatischen Gründen als Urlaubsparadiese für Sonnenanbeter eignen und deren Regierungen viel zu korrupt und viel zu wenig an den eigenen Bürgern interessiert sind, um Gesetze zu erlassen, die die fremden Investoren zwingen, einen Teil ihres Gewinns in Entwicklungshilfe zu investieren. Und obwohl in Punta Cana regelmäßig große Kastrationseinsätze stattfinden, hat sich noch nie ein Ärzteteam bis hierhin verirrt. Wir sind – mal wieder – die ersten…


Das Ambiente erinnert sehr an den Südwesten der Dom. Rep., dem Armenhaus des Landes…

Es ist ein sehr familiäres, kleines Team, das da in den frühen Morgenstunden des 17. Oktobers in Santo Domingo landet: Claudia Bretthauer, ihr Partner Alex Nauseda, ihre Söhne Finn und Lenn und ihre langjährige Freundin Sonja, die sie schon auf vielen Einsätzen begleitet hat. Gabi Schummer hat einen Fahrer geschickt, der sie in ihre Unterkunft in Punta Cana bringt.


Untergebracht sind sie im Ecoarthostal.


Es gehört Boris, einem Russen, der in der DDR studiert hat. Er hat das Hostel
liebevoll und mit viel Geschmack eingerichtet.


2 Zimmer mit Doppelstockbetten, Küche und zwei Bäder stehen dem Team zu Verfügung.
Die Dusche ist kalt; zweckmäßig für verschwitzte Europäer.


Nach nur wenigen Stunden der Ruhe geht es zum Einsatzort, einer großen, sehr zweckmäßigen Lagerhalle.


Innen ist viel Platz und viel Schatten. Der OP-Bereich wird am Eingang durch ein Brett…


…und im Inneren durch ein weißes Band begrenzt, um Neugierige zurückzuhalten.


Sie schauen von draußen zu…

Das Interesse ist erstaunlich groß für einen allerersten Einsatz. Claudia Bretthauer beschreibt die Menschen als „aufgeschlossen und zugänglich“ und sagt zu den Tieren: „Allgemeinzustand gut – wenig Flöhe.“ Ganz klar der Verdienst von Gabi Schummer, die hier seit 18 Jahren im Alleingang unermüdlich Tierschutz und Aufklärung betreibt, die Menschen sensibilisiert und ihnen bei Sorgen und Nöten als Ansprechpartner zu Verfügung steht. Einige Tage nach dem Einsatz wurde Gabi Schummer von einem verzweifelten alten Herrn um Hilfe für seinen überfahrenen Hund gebeten, an dem er sehr hing.

 

Leider bestätigte die Untersuchung in der Klinik in Santo Domingo die schlimmsten Befürchtungen; die Wirbelsäule war gebrochen. Der Hund musste eingeschläfert werden.


Im Inneren der Halle arbeitet ein eingespieltes Team.
Während Claudia operiert, bereitet Alex die nächsten Patienten vor.


Assistiert wird ihm hierbei von Hanna, einer Volontärin, die Tiermedizin studieren möchte und vielleicht zum nächsten Einsatz auf Grenada im Februar 2020 mitkommt.


Auch einige einheimische Helfer sind dabei.


Sonja ist zuständig für die Sterilisation der Instrumente.


Claudias Söhne betreuen die wachsende Zahl der Patienten…


…die nach der OP ihren Narkoserausch ausschlafen. Alle Tiere werden tättowiert,
mit Ivomec entwurmt und erhalten Spot-ons gegen Flöhe und Zecken.

Gabi ist die ganze Zeit unterwegs, um Tiere herbeizuschaffen, aus den Dörfern Yonu, Momon, Haumas, Las Guanas, Nisibon und Escuela…

Die Halle verfügt über Strom und ein Bad mit Dusche und WC.


In der Dusche steht ein Fass unter einem Wasserhahn. Das mag zwar ein wenig abenteuerlich aussehen,
doch Vorsicht bei voreiliger Voreingenommenheit: Das Wasser ist sehr sauber…


…und das Wasserklosett funktioniert einwandfrei!

29 Tiere werden an diesem ersten Tag kastriert, 12 Hündinnen, 14 Rüden und 3 Katzen.


Erster Patient ist der Rüde Caliman aus dem Dorf Momon.


Letzte Patientin des ersten Tages ist Princessa aus Yonu

Ein sehr trauriger Vorfall ereignete sich gleich am ersten Tag. Bei der kleinen Shakira fand Claudia Bretthauer eine stark vergrößerte Milz. Sie war ungefähr dreimal so groß wie eine normale Milz; Verdacht auf Blutkrebs. Die kleine Hündin verstarb wenig später. Leider müssen wir uns bewusst sein, dass in diesen Umständen, wo es rein um die Bekämpfung unkontrollierter Vermehrung armer Tiere geht, nicht dieselben Untersuchungs– und Behandlungsmöglichkeiten zu Verfügung stehen wie in einer hiesigen modernen Tierklinik, doch dieses Tierchen wäre wohl auch hier totgeweiht gewesen.


Auch am zweiten Tag wurde in der Halle operiert.


Insgesamt 35 Tiere wurden kastriert…


…18 Hündinnen, 14 Rüden, 3 Kater.


Kater Miruna aus Yonu


Bei der Hündin Lucy wurden die vorgefallenen Nickhautdrüsen entfernt.


Am dritten Tag wurde in einem Privathaus operiert.


Die Familie stellte dem Team bereitwillig ihre Veranda…


…und ihr gesamtes Haus zur Verfügung.


Um Schatten zu spenden, wurde eine Plane aufgehängt.


Claudia Bretthauer kastrierte 26 Tiere hier…


…10 Hündinnen und 16 Rüden.


Auch diese trächtige Hündin war dabei.


Das Familienhuhn gesellte sich hinzu, fasziniert von einer Schüssel mit Wasser und etwas Blut vom Tisch abputzen. (Es handelt sich wohlgemerkt nicht um das Instrumentendesinfektionsbad!)


Es ließ sich durch nichts vertreiben, so dass man ihm die Schüssel einfach überließ.


Wartende Patienten…


Diese beiden jungen Damen sind gekommen, um ihre Welpen kastrieren zu lassen.


Denn bis zum Eintreffen des nächsten Tierarztes haben sich diese Hundekinder bereits fortgepflanzt…


Dieser Rüde hat eine alte Wunde an der Pfote, die nicht heilen will.


Sie wird mitbehandelt.


Dieser Herr bringt seine beiden Rüden zum Kastrieren.
Er ist zu Recht stolz auf sie und wohl auch ein wenig besorgt…


…denn für die Heimreise hat er einen Schubkarren mitgebracht.


Die letzten beiden OPs finden auf einem Berg nahe Playa Limón statt.


Alex muss sich mit dem Aufbau beeilen, den in den Tropen wird es früh dunkel.


Nr. 91 und Nr. 92, der letzte Rüde, die letzte Hündin…

Abschiedsessen, aber definitiv kein Abschied für immer. Die letzten 3 Tage haben gezeigt, dass hier nicht nur Bedarf, sondern auch Potential besteht. 92 Tiere beim ersten Einsatz in einer Region, wo nie zuvor kastriert wurde – ein stolzes Ergebnis!


Am nächsten Morgen geht es mit dem Taxi nach Sabana al Mar, wo die Fähre nach Samaná wartet.


Motorräder werden an Bord getragen…


…und ein alter Mann, der nicht mehr laufen kann.


Um 9:00 Uhr macht sich das vollbepackte kleine Boot auf den Weg über die weite Bay von Samaná.

Am anderen Ufer wartet Astrid, eine Schweizerin, deren Hund Claudia das letzte Mal amputiert hat. Sie bringt das Team in das neue Domizil:


Die Villa von Stefanie, Ex-Frau eines Schönheitschirurgen…


…die hier mit 12 Hunden, 12 Katzen, Plastikflamingos im Pool,…


…und einem echten Schwein lebt.


Dann geht es für den Rest des Tages mit Motoconchos an den Strand.


Am nächsten Tag bringt Astrid das Team mit dem Pick up nach Sanchez.


Operiert wird diesmal nicht in der Rote Kreuzstation wie in den beiden vergangenen Jahren, sondern im Landwirtschaftsministerium…

…wo Hannibal seine Praxis hat. Er ist der Amtstierarzt und Chef aller Tierärzte in der Region, die für das Landwirtschaftsministerium arbeiten, auch der von Dr. Francisco in Samaná.

Hannibal hat Tollwutimpfungen für alle Tiere besorgt und den fünf Angestellten des Ministeriums eine Prämie versprochen, wenn sie Leute überzeugen, ihre Tiere zur Kastration anzumelden. 100 Anmeldungen liegen vor, doch nur 21 Tiere werden an diesem Tag gebracht.


Hannibal hat eine schöne Praxis, geräumig, luftig, hell, gut eingerichtet…


Eine Freude für Claudia Bretthauer, unter solchen Arbeitsbedingungen zu operieren!


Gleich der erste Patient ist eine bereits kastrierte Hündin mit einem Tumor auf der Bindehaut.


Die anfängliche Befürchtung, dass das Auge entfernt werden müsse, erfüllt sich Gott sei Dank nicht.


Die Operation verläuft erfolgreich und das Auge wird gerettet..


Bei der Nachkontrolle am nächsten Tag sieht das Auge schon viel besser aus.


Derweil bereitet Finn die Aufwachstation vor…


…und Alex rasiert die nächsten Tiere, hier die einzige Katze des Tages.


Der Aufwachbereich füllt sich…


17 Hündinnen, 3 Rüden und eine Katze werden am ersten Tag in Sanchez kastriert
und eine Dame bringt ihren im Vorjahr kastrierten Hund zum Impfen.

Am nächsten Tag hat Claudia Geburtstag. Bereits zum zweiten Mal begeht sie ihn im Einsatz in der Dom. Rep. Hannibal und seine Angestellten bringen ihr ein Ständchen dar. Doch dann gibt es eine böse Überraschung: Das Team hat einen Rückflug mit Zwischenlandung in Puerto Rico gebucht und nicht bedacht, dass auch für eine Stunde auf dem Rollfeld eines US-Territoriums ESTA (Electronic System for Travel Authorization) benötigt wird, mit dem Reisende auch ohne reguläres Visum die USA betreten können – kein Problem, sich das nachträglich online in der Dom. Rep. zu beschaffen für alle – bis auf Claudias Sohn Lenn, 11 Jahre alt, der mit einem gültigen Kinderpass reist, denn für Kinderpässe wird kein ESTA ausgestellt, auch dann nicht, wenn das Kind mit seiner Mutter reist, die ein ESTA Visum hat.

Den ganzen Tag lang laufen in der Dom. Rep. und in Deutschland die Telefondrähte heiß; die Airline, die Botschaften, Konsulate, Auswärtigen Ämter werden kontaktiert, doch die Bürokratie bleibt unerbittlich. Zum Schluss muss auf einen Direktflug nach Deutschland umgebucht werden, der bereits 2 Tage früher geht.

Claudia Brethauer operiert unterdessen unbeirrt weiter; 25 Tiere, 14 Hündinnen, 8 Rüden, eine Katze und 2 Kater.


Es sind einige Welpen dabei…


…die natürlich vor der OP besonders genau gewogen…


…und danach mit besonderer Aufmerksamkeit betreut werden müssen.


Ein fruchtbarer Abdominalkryptorchid landet auf dem OP-Tisch.


Bei dieser nicht ganz einfachen Kastration behilft Claudia Bretthauer sich mit einem Katzenkastrationshaken.


Eine neue Art der Tätowierung wird hier zum ersten Mal ausprobiert:
Ein großer grüner Fleck seitlich am Bauch.

Noch muss ein wenig experimentiert werden, um die beste Stelle in diesem von Natur aus nur spärlich behaarten Teil des Körpers zu finden, doch dann sollte die Tätowierung als Kennzeichen einer vorangegangenen Kastration auch beim laufenden Tier gut sichtbar bleiben.

Der 23. Oktober, der letzte Tag des Einsatzes, ist für Las Terrenas reserviert.


Operiert wird auf der Terasse von Edith, Patricia Jakobs’ holländischer Nachbarin.


Von der Rezeption hat man einen schönen Blick auf Ediths Garten.


Die Medikamente werden vorbereitet in der Hoffnung auf viele Patienten. Patricia und ihre Helfer haben alles getan, um möglichst viele Menschen zu mobilisieren, ihre Tiere zu bringen.


Und sie sind gekommen! Obwohl es streckenweise in Strömen regnete…


…wurden an diesem letzten Tag 51 Tiere kastriert, 29 Hündinnen, 15 Rüden, 4 Katzen und 3 Kater.


Dr. Elias war natürlich auch dabei und kastrierte 18 Tiere. Von 9:00 bis 15:00 fiel der Strom aus; dann organisierte Dr. Elias eine Autobatterie…


Unter den interessierten Zuschauern befanden sich auch Ediths Esel…


…und ihr gelähmter Chihuahua.


Hier wird ein Kollege gewogen. Nicht nur für Welpen, auch für die in der Dom. Rep. so beliebten Chihuahuas ist die genaue Gewichtsbestimmung sehr wichtig für eine sichere Dosierung der Narkose.


Wartende Patienten mit Nachwuchs…


Versucht diese Hundedame, ihrem Herrchen ein schlechtes Gewissen zu machen?
Doch vor der Narkose darf sie nichts mehr essen.


Die Anstrengung ist allen anzusehen, doch sie können stolz auf sich sein. Sie haben eine enorme Leistung vollbracht.

Teil1KastrOkt19_DomRep.pdf     Teil2KastrOkt19_DomRep.pdf
Hier die Fotos von allen bei diesem Einsatz kastrierten Tieren!

Am nächsten Tag geht es mit dem Bus nach Santo Domingo zum Flughafen.

Der mit viel Liebe erstellte Flyer für Las Terrenas kam nicht zum Einsatz; die letzten beiden Tage fielen wegen ESTA aus. Kein Grund zur Traurigkeit! Bereits Ende März kommt Claudia Bretthauer wieder, um weiterzumachen, wo sie diesmal aufhören musste. Aber vorher geht es vom 21. – 28. Februar nach Grenada!

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3. Kastrationsprojekt in Grenada

mit Claudia Bretthauer 7. – 14.4.2019

Am 07. 04. 2019 flog Claudia Bretthauer mit fünf Helfern nun bereits zum dritten Mal auf die Karibikinsel Grenada. Diesmal ging es wie schon 2017 wieder in den Norden der Insel.


Am 4. April sind 70 kg Medikamente gepackt; der Countdown läuft…

In den Wochen davor hatte es jede Menge Aufregung gegeben wegen Buddy, der von der Tierärztin Felicia Krämer während ihres Aufenthalts im Carriacou Animal Hospital adoptiert worden war und der mit Claudia Bretthauer nach Deutschland reisen sollte. Nach zweiwöchigen Verhandlungen bewilligte Condor endlich das Flugticket für Buddy. Viel hat sich geändert, seit der kleine Hari 2015 mit Theresa Conze und Dr. Uwe Linzer nach Deutschland flog.

Damals war alles ganz einfach, die Tierärzte konnten Hari gleich mitnehmen. In der Zwischenzeit ist der Staat Grenada, zu dem auch die Insel Carriacou gehört, ein sogenanntes nicht gelistetes Drittland und das heißt, dass Tiere von dort vor ihrer Ausfuhr eine viermonatige Vorbereitung durchlaufen müssen, Chippen, Tollwutimpfung, Bluttest nach einem Monat und dann nochmal drei Monate Wartezeit…Noch dazu ist es in der südlichen Karibik besonders schwierig, Flüge zu finden, auf denen Tiere transportiert werden, denn sie werden nur auf Direktflügen mitgenommen und bei Flügen zu und von den südlichen Antillen sind Zwischenlandungen häufig. Tiere von Tobago und Barbados müssen daher über England reisen. Buddy hatte Glück; der Heimflug von Claudia Bretthauer und ihrem Team führte auf direktem Weg nach Frankfurt.


In aller Herrgottsfrühe auf dem Weg zum Flughafen am Morgen des 7. Aprils…

Die Maschine steht bereit. Wieder einmal startet ein Ärzteteam zu einem Kastrationseinsatz für den Verein zur Hilfe und Förderung des kreolischen Hundes e.V. Es ist unser 43. Einsatz in 11 Jahren und viele von ihnen begannen hier, auf dem Flughafen in Frankfurt am Main.

Das Team von links nach rechts: Claudia Bretthauer, ihr Lebensgefährte Alexander Nauseda, Mirco Flach, seine Frau Sonja Schmidt – Flach - Tierarzthelferin - , Larissa aus Würzburg und Anais Sauerwein aus Körbecke, beide Studentinnen der Veterinärmedizin in München.

Auf dem Hinflug gab es eine Zwischenlandung auf Curaçao mit einem halbstündigen Aufenthalt. Die ersten Jacken werden ausgezogen…

Ankunft auf Grenada um 18 Uhr Ortszeit. Hier wartete Luana, die Vorsitzende der GSPCA. Nach einem Willkommenstrunk ging es zu Lylette und Kim Russell auf das Crayfish Bay Organic Cocoa Estate, wo Claudia Bretthauer und ihre Helfer bereits 2017 im „Little House“ wohnten, einem Holzhäuschen, das sonst von Ökotouristen und Rucksackreisenden genutzt wird, die den Norden der Insel kennenlernen wollen.

In der Zwischenzeit ist ein zweites Häuschen gebaut worden, wunderschön, doch mit nur 4 Schlafplätzen. Die alte Unterkunft war belegt und Kim und Lylette hatten nicht mit mehr als 4 Leuten gerechnet.


Larissa und Anais schliefen daher die ersten Nächte auf einer Matratze auf der Terrasse,
bis „Little House“ frei wurde und umgezogen werden konnte.


Das Frühstück, bestehend aus selbstgebackenem Brot, Marmelade ohne Konservierungsmittel, frisch gepresstem Obstsaft und Kakao vom Crayfish Bay Organic Cocoa Estate entschädigte für alles…


…genau wie der Blick vom Frühstückstisch.

Am Morgen des 8. Aprils begann der Einsatz. · Der Open Air OP lag im Garten der St. Rose Modern Secondary School in Gouyave. Unterhalten wird die Schule, wie das Banner besagt, mithilfe der „Sisters of the Sorrowful Mother“, einem katholischen Orden von Franziskanernonnen. Gouyave ist mit 3378 Einwohnern nach der Hauptstadt St. George’s der zweitgrößte Ort auf Grenada und liegt an der Westküste der Insel. Gouyave lebt vom Fischfang und ist bekannt für seinen „Fish Friday“, ein jeden Freitag stattfindendes Straßenfest, wo neben Musik und Tanz Fisch in jeder erdenklichen Zubereitungsart von Verkaufsständen entlang zweier Straßen angeboten wird, die extra dafür gesperrt werden. Das Fest ist bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt.


Auf dem Schulgelände standen 2 Pavillons zur Verfügung; der eine, eine Art Bierzelt, diente als Rezeption, der zweite als OP.

Die Klinik musste erst einmal aufgebaut werden, Der OP hatte drei Wände, neben der offenen Seite befand sich eine Mauer, sodass eine zweite Seite aufgemacht werden musste, um genug Tageslicht hineinzulassen. Es waren drei Campingtische vorhanden, Wasser nur aus Flaschen oder von der Schultoillete, und kein Strom. Der Versuch, Strom mithilfe eines Verlängerungskabels zu legen, scheiterte.


Um Ablagefläche zu schaffen, wurden ein Schulpult und 2 Stühle geholt und aus der Rezeption ein Brett abgebaut.


Einen Großteil der Zeit war es sehr windig. Claudia Bretthauer schrieb. „Über Nacht fliegt immer die Hälfte weg.“ Mirco und Alexander organisierten Bambusstangen…


…um den Pavillon zu stabilisieren. Die Höhe der OP-Tische wurde mit Steinen korrigiert.


Die Bambusstangen wurden mit Mullbinden befestigt. Sie erfüllten ihren Zweck.


Trotz der improvisierten Ablageflächen war der Platz knapp und vieles fand am Boden statt, wie die Kaltsterilisation…


…oder die Rasur von Hund…


…und Katze.


Zwei zusammengerollte Handtücher ersetzen hier die professionelle Schale, in der der Patient stabil liegt.


Und so sieht es dann in der Praxis aus, wenn der Patient ausgebunden und für die OP fertiggemacht wird.


Claudia Bretthauer über den ersten Tag: „Da wir erst spät angefangen hatten, konnten wir nur neun Hündinnen…

…achtzehn Rüden und eine Katze kastrieren. Die Katze hatte zudem einen stark entzündeten Gesäugekomplex, den wir mit entfernen mussten. Ein Rüde hatte einen in der Bauchhöhle liegenden Hoden.


Abendstimmung in Crayfish Bay…

Alle entspannen sich. Mit dabei sind auch die Hundefänger Ronaldo und Boy O. Ronaldo übernachtete ebenfalls auf dem Estate und fuhr das Team jeden Morgen zur Arbeit…

…bevor er mit Boy O auf Hundefang ging, Buddy an der·Leine, der inzwischen von Carriacou nach Grenada gebracht und bei Ronaldo in Pflege gegeben worden war.


Und bald ist die erste Fuhre da…


Eine bildhübsche, aber sehr ängstlich dreinblickende junge Dame…


Nur wenige Hunde wurden diesmal von ihren Besitzern gebracht.

Die GSPCA hatte den Einsatz zwar auf Facebook gepostet, aus personellen Gründen war es aber nicht gelungen, in Gouyave und Umgebung Flyer aufzuhängen und so waren die Hundefänger diesmal doppelt gefordert.

Es fehlten daher auch die üblichen Menschentrauben, die unseren Einsätzen oft eine volksfestähnliche Stimmung verleihen. Nur die Kinder kamen auf dem Weg von und zu der Schule.


Sie interessierten sich aber mehr für das, was in der Rezeption geschah als für die OPs.


Auch ohne Bier war das für sie höchst interessant.


Und einige Kinder aus der Nachbarschaft kamen auch in ihrer Freizeit, um zu sehen, was die Fremden da auf dem Gelände ihrer Schule taten.

Der Wartesaal…Ronaldo und Boy O taten ihr Möglichstes, damit er immer gut gefüllt war. Trotzdem klagte Claudia Bretthauer einige Male über Pausen und Wartezeiten auf Nachschub. Das mag sie so gar nicht…!


Boy O bei einer wohlverdienten Pause.


Jeden Tag kamen zwei - drei amerikanische Studenten der Universität von Grenada zum Helfen.

Sie nutzen die guten, aber im Vergleich zu den USA kostengünstigen Studiumsmöglichkeiten der Uni in St. Georges. Bis zu drei Jahren können sie auf Grenada bleiben.


Amanda Getto war schon letztes Mal dabei.


Für Larissa aus Deutschland ist es das erste Mal.


Anais ist schon zum dritten Mal mit Claudia Bretthauer unterwegs.

Sie hat viel gelernt und kann schon selbstständig arbeiten. Auch als fertige Tierärztin will sie dem Tierschutz treu bleiben. Man beachte das Zeitungspapier, das als „Pipiunterlage“ verwendet wird, denn viele Hunde entleeren ihre Blase in der Narkose: Es zeigt deutlich an, wie windig es die meiste Zeit war.


Larissa beim Zunähen, Anais kontrolliert.


Am zweiten Tag wurde dieser abgemagerte, völlig entkräftete Hund gebracht.


Die Studentinnen nahmen ihn erst mal mit zum Aufpäppeln.


. Am selben Tag kam auch ein Hund mit einer Bissverletzung.

Deutlich sieht man das Loch, wo der Fangzahn eines Artgenossen tief eingedrungen ist. Die Wunde hatte sich natürlich infiziert und wollte ohne Behandlung nicht heilen.


Auch diese kleinen Kätzchen wurden erfolgreich kastriert.


Immer mit dabei: Buddy; wenn er nicht mit Ronaldo unterwegs ist, dann ist er in der Obhut der Studenten.

Claudia schrieb nach dem zweiten Tag: „Heute haben wir 17 Hündinnen, 13 Rüden, 3 Katzen und 3 Kater kastriert. Alle Tiere hatten sehr viele Flöhe, bisher noch keine Abtreibung,“


Am dritten Tag brachte ein Mann brachte seinen sehr bissigen Rottweiler zur Tumor OP.

Der Tumor – kein Stickersarkom - war gigantisch. Leider durfte Claudia Bretthauer den Rüden nicht kastrieren. Der Besitzer hätte eingewilligt, doch seine Frau wollte es nicht. Vielleicht wollte sie den Hund noch als Deckrüden verwenden und Geld mit ihm verdienen. Der Rottweiler ist in der Karibik ein Statussymbol und Wertobjekt. Viele fristen ihr Leben deshalb an der Kette, denn der Besitz muss geschützt werden. Man lässt ihn nicht frei herumlaufen wie die einheimischen Mischlinge.

Diese Hündin, die zum Kastrieren gebracht wurde, sollte offensichtlich für Hundekämpfe missbraucht werden. Ohren und Schwanz wurden extrem kurz kupiert, damit sie von ihren Kontrahenten schwerer zu fassen sei. Anscheinend wurde sie rechtzeitig aus den Fängen dieser Kriminellen gerettet, denn ihr Fell weist keine Narben oder Bissverletzungen auf. Hundekämpfe sind überall in der Karibik strengstens verboten, doch leider finden sie auf jeder Insel im Verborgenen statt, auch auf Grenada.


Mirco bereitet den nächsten Patienten vor…

…doch heute ist mittags Schluss - „Leider!“ vermerkt Claudia Bretthauer – denn Ronaldo hat noch andere Verpflichtungen außer Hunde einzusammeln. Er spielt in einem Fußballverein und an diesem Nachmittag hatte seine Mannschaft ein Spiel, an dem er teilnehmen musste. Trotzdem wurden 15 Hündinnen, 5 Rüden und 1 Kater kastriert.

Das Team hatte einen freien Nachmittag, Zeit, ein bisschen die Landschaft zu genießen…


…und dann den Strand. Das ist so gar nicht nach Claudias Geschmack, aber ihre Mitarbeiter haben es sicherlich genossen.


Ein neues Stück Ausrüstung; eine Küchenwaage, die sich in den folgenden Tagen noch als sehr nützlich erweisen sollte.

Am nächsten Morgen machten sich neben den Hundefängern auch die Studentinnen auf, um in der Nachbarschaft Hunde einzusammeln. Das klappte hervorragend.

 

Ronaldo, der seit drei Jahren ein fester, nicht weg zu denkender Teil von Claudia Bretthauers Grenada-Team ist, kann nicht nur ausgezeichnet mit Hunden umgehen; er ist auch ein begabter Fotograf, der uns wunderschöne Aufnahmen geschickt hat und uns so auf einen Streifzug durch seine Heimat mitnimmt.

On Tour mit Ronaldo…!


Ronaldo, Boy O und ihre jugendlichen Helfer begeben sich auf eine Rundfahrt, um Hunde und Katzen zum Kastrieren einzusammeln.


Sie fahren in die entlegensten Winkel, zu den ärmsten Häusern…


Die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache. Der kleine Hund…


…wird in eine Box gesetzt, die sorgfältig verschlossen wird.


Diesem Jungen gelingt es, eine Katze zu fangen.


Sie wird sehr komfortabel untergebracht. Sie hat eine Hundebox ganz für sich allein.


Dann geht es an das Verstauen der Boxen im Auto.


Egal, wie groß und schwer die Box ist, die Kinder schleppen sie mit Begeisterung und Stolz.


Geschafft!


Jede Box wird noch einmal kontrolliert, um sicher zu sein, dass kein Tier während der Fahrt entwischt. Dann geht es zurück nach Gouyave.

Dort werden die Boxen entladen; die Katze in ihrer Luxusunterkunft und die Hunde werden bald an ein schattiges Plätzchen verbracht, bis sie für die OP vorbereitet werden. Ronaldo und seine Helfer machen sich wieder auf den Weg.

Immer wieder erleben wir in der Karibik solche Szenen, die offenkundige Zuneigung der Menschen zu ihren Tieren bezeugen. Viele Kinder, die ohne Spielsachen aufwachsen, hängen sehr an ihren Tieren. Oft sind sie ihr kostbarster - und einziger - Besitz. Aber auch viele Erwachsene schätzen ihre vierbeinigen Gefährten sehr und für manch alten Menschen bedeuten sie Trost und Gesellschaft. Zwar führen Armut und Bildungsferne, zwei Faktoren, die Hand in Hand gehen, hier wie überall sonst auf der Welt zu den immer gleichen Problemen. Erhöhte Gewaltbereitschaft innerhalb der Familie ist eines davon. Das spiegelt sich auch im Umgang mit Tieren wider. Dazu kommt oft die Unkenntnis, wie man Tiere richtig behandelt. Dennoch verspricht die Tierschutzarbeit in der Karibik langfristig sehr erfolgreich zu werden.


Unter der Veranda des Hauses befindet sich eine Werkstatt. Dort sind mehr Hunde…

Irgendwo kocht ein Topf mit Hühnerköpfen – Hundefutter. Wenn man sich durchliest, was in industriellem Hundefutter verarbeitet wird, so ist dies gar nicht so unähnlich.


Und dann das: Ein Wurf Welpen!


Sie werden eingesammelt und mitgenommen.


Das Auto füllt sich allmählich…


Aber dieser Rüde muss noch mit, obwohl er gar nicht mag, denn er hat offensichtlich ein Hautproblem, vermutlich Räude.


Auf der Straße hebt er nochmal das Bein und ist dann ganz entspannt.


Ob beim Hunde einsammeln…

…oder beim Zurückbringen; die Kinder sind unermüdlich. Sie sind die Zukunft des karibischen Tierschutzes, der nur erfolgreich sein wird, wenn wir ihn in die Hände der Einheimischen legen können. Es ist natürlich unsinnig, zu erwarten, dass Menschen, die in bitterer Armut leben und denen es oft am Nötigsten fehlt, ehrenamtlich arbeiten wie viele Tierschützer hierzulande – genauso wie es unsinnig ist, in Hütten zu gehen, wo zehn hungrige Kinder sitzen und sich nur um den Hund oder die Katze zu kümmern. Natürlich können wir als kleiner Tierschutzverein nicht viel humanitäre Hilfe leisten. Aber wir wollen - und müssen, um den karibischen Tierschutz voranzutreiben! - Arbeitsmöglichkeiten zum regionalen Mindestlohn für einheimische Tierschutzmitarbeiter schaffen, die viele praktische Tätigkeiten im Tierschutzalltag übernehmen können, für die die lokalen Tierschutzvereine keine personellen Kapazitäten haben. Dolores Rohrer hat es uns im Südwesten der Dominikanischen Republik vorgemacht.

Hier, im ärmsten Teil des Landes, hat sie mit einheimischen Mitarbeitern ein Parasitenbekämpfungsprogramm aufgebaut, das hervorragend lief. Täglich wurden in Alonse Hunde gebadet und behandelt. Die Tiere wurden nicht nur von ihren Plagegeistern befreit; es wurden auch die in der Karibik am häufigsten vorkommenden, von Zecken und Milben übertragenen Krankheiten wie Ehrlichiose und Räude bekämpft. Gleichzeitig wurden Hundehalter aufgeklärt und Kastrationskandidaten für den nächsten Einsatz gelistet. Dolores leitete das Programm von der Schweiz aus jahrelang erfolgreich, bis es aus finanziellen Gründen zusammenbrach. Ihr engster Mitarbeiter, von allen Tierärzten als Assistent geschätzt, musste auf Arbeitssuche in die Hauptstadt abwandern, weil 60 Euro monatlich – sechzig! – für den vierfachen Vater nicht mehr zu Verfügung standen. Wir konnten Dolores damals leider auch nicht helfen, hoffen aber, dass unsere Unterstützer uns in der Zukunft bei solchen Projekten beistehen werden. Der Einsatz ist gering, der Gewinn unendlich groß! Niemand kann die Menschen in der Karibik besser aufklären, sie Tierliebe und den richtigen Umgang mit Tieren lehren als die Einheimischen selbst. Bessere Behandlung der Tiere erhöht nicht nur deren Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung, ein Faktor, der entscheidend ist für den Erfolg unserer Kastrationen: Nicht nur werden die Reviere von herrenlosen kastrierten Hunden nach ihrem Tod sofort wieder von fruchtbaren Tieren übernommen; auch die Hundebesitzer, für die das Streunen lassen immer noch die übliche Art der Tierhaltung ist, schaffen sich sofort wieder einen neuen – fruchtbaren! – Hund an, wenn der Vorgänger einer der zahllosen Gefahren des Streunens zum Opfer gefallen ist.

Auch die GSPCA hat erkannt, dass zusätzliche Arbeit notwendig ist für den Erfolg von Kastrationen und bemüht sich seit Jahren im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Kindern im Schulunterricht Tierliebe und Kenntnisse über die richtige Tierhaltung zu vermitteln.

 

Zurück in Gouyave…

Die Welpen sind angekommen, aufgeregt, aber munter. Man kann über Welpenkastrationen denken, was man will: Dreimonatige Welpen sind in 5 Monaten geschlechtsreif, der Tierarzt kommt in frühestens 12 Monaten wieder. Bis dahin könnten viele dieser Zwerge bereits zum zweiten Mal trächtig sein!


Die Hundekinder bezaubern alle, die amerikanischen Studentinnen…


…und auch Anais.

Hier kommt die Küchenwaage zum Einsatz. Der Zwerg wird in ein Handtuch gepackt und an die Waage gehängt, um die Dosierung der Narkose genau zu bestimmen.


Eine Fingerbreite, länger ist der Schnitt nicht.


Und so klein ist dann der Eierstock…


Insgesamt 20 Welpen wurden an diesem Tag kastriert.


Nach der OP…


…erhalten alle Babys natürlich besonders liebevolle Zuwendung.

Ergebnis des vierten Tags: 54 Tiere; 28 Hündinnen, 24 Rüden, 2 Katzen. Die Chefin strahlt!

Der nächste Morgen bringt eine böse Überraschung: Es gießt wie aus Kübeln, alles ist nass geregnet und es sieht nicht so aus, als wolle sich das Wetter bessern. Der Wind ist so stark, dass Claudia Bretthauer erst mal eine herumfliegende Wasserflasche an den Kopf bekommt. In aller Eile wird aus Brettern eine Art Markise gebaut. Dieses Video zeigt die Arbeitsbedingungen am 12. April:

 


Trotzdem klappt alles…


Larissa hat in den letzten Tagen viel gelernt…


Im Sturm kastriert sie ihren ersten Rüden.

Das Wetter bleibt den ganzen Tag schlecht. Um 14:00 ist Feierabend 15 Hündinnen, 16 Rüden und eine Katze sind operiert.

 

Letzter Tag…


Noch einmal macht sich Ronaldo auf den Weg, um Hunde einzusammeln.


Auch hier sind die Jüngsten voller Interesse…


…und wollen sich nach Möglichkeit beteiligen.


Eine Ladung sehr braver Hunde…

Auch am letzten Tag wurde ein Wurf Welpen kastriert. Der erste ist schon wieder munter, seine Geschwister schlafen noch. Wir gehen bei unseren Vermehrungsstatistiken immer von Würfen mit durchschnittlich 5 Welpen aus; das heißt, wir rechnen im Schnitt mit zehn Nachkommen pro Hündin und Jahr. Hier sehen wir, dass es auch wesentlich mehr sein können.


Für die ältere Dame daneben war es der letzte Wurf.

 

Die Bezeichnung „Hundefänger“ für Ronaldo und seine Helfer ist eigentlich falsch. Es müsste heißen: Hunde-Einsammler, denn die meisten Hunde in der Karibik haben einen Besitzer, der sie halt streunen lässt. Größere Gruppen wirklich herrenloser Tiere können sich nur auf Müllkippen halten oder in der Umgebung von Ferienorten, wo sie von Vergiftungen bedroht sind. Sonst reicht das Nahrungsangebot zum Überleben einfach nicht aus. Daher sieht man in der Regel auch keine starken Rudel, sondern Tiere, die allein oder zu zweit auf Nahrungssuche unterwegs sind.

Die wenigen wirklich herrenlosen Hunde in den Dörfern sind den Menschen dort bestens bekannt. Sie werden oft irgendwie mit durchgefüttert und erhalten Namen aufgrund äußerlicher Merkmale oder, wie hier, ihres bevorzugten Aufenthaltsortes. Diese Hündin heißt „Old lady by Rasta shop“: Die alte Dame vom Rasta shop.


Und das ist „Old man by bridge“, der alte Mann von der Brücke.


Nach den OPs werden die Tiere zu ihren Besitzen zurückgebracht.


Viele von ihnen wohnen sehr abgelegen, besitzen kein Auto und hätten ohne Ronaldos Fahrservice keine Chance, ihre Hunde kastrieren zu lassen.


Zwischendurch ein Besuch bei einer alten Dame…


Auf der Veranda wartet ein leckeres Essen…


29 Tiere wurden am letzten Tag kastriert. Hier das Team mit dem letzten Patienten Nr. 200!

Insgesamt wurden 94 Hündinnen , 93 Rüden, 8 Katzen und 5 Kater kastriert in 6 Tagen – eigentlich fünf, denn zweimal wurde nur halbtags gearbeitet - , dazu drei Nabelbruch-OPs, eine Tumor-OP, diverse Wundbehandlungen und Gabe von Antiparasitika. Zwei der Rüden waren Kryptorchide und die trächtigen Patientinnen hätten ohne Abbruch zusammen 27 Welpen zur Welt gebracht.


Das Ergebnis wird gefeiert! Alle Beteiligten haben Grund, stolz zu sein!

Abschied von Buddy…Claudia Bretthauer schrieb am 15. April: „Gestern durfte Buddy mit Rolando, dem besten Tierarzthelfer Grenadas, der sich seit dem 4.4. super um ihn gekümmert hat, ein letztes Mal am Strand toben.“ Danach ging es zum Flieger nach Deutschland…


Buddy hat den Flug gut überstanden…

…und eine sehr glückliche Felicia Krämer kann ihren Hund nach langen Monaten endlich in die Arme schließen!

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Kastrationsprojekt in Alonse, La Cienaga und Boca Chica

mit Anja Heß, Ingrid Stegemann, Dr. Alfred Huber und Dolores Rohrer 3.1.-11.1.2019

Am 2. Januar flogen Anja Heß, Ingrid Stegemann, Dr. Alfred Huber und Dolores Rohrer in die Dominikanische Republik. Diese wunderschöne Fotocollage schickte uns Anja Heß als ersten Gruß von dort und man sieht die Freude, die sie empfindet, wieder da zu sein, obwohl das nun schon ihre fünfte Reise in diese Region ist und sie genau weiß, dass harte Tage vor ihr liegen.

Am 3. Januar um 3:00 morgens landeten Anja Heß, Ingrid Stegemann, Dr. Alfred Huber in Santo Domingo, suchten ihren Leihwagen und fuhren zu ihrer Gastgeberin Adele Williams, wo sie sich erst mal von dem langen Flug erholten.

Danach wurden die Vorräte sortiert, die noch vom letzten Einsatz bei Adele lagerten, und einige Einkäufe getätigt, bevor es wieder zum Flughafen ging, um Dolores Rohrer abzuholen, die von der Schweiz über Spanien geflogen war und erst am Nachmittag ankam.

Endlich ist sie wieder dabei!

Dolores Rohrer, Vorsitzende der Associazione suizzera per l'aiuto e il supporto dei cani creoli und eng befreundet mit in der Schweiz lebenden, aus der Provinz Azua stammenden Dominikanern, hat das Projekt Dom. Rep. Südwest 2013 aus der Taufe gehoben, nachdem sie jahrelang mit ihren Freunden in diesen ärmsten und unterentwickeltsten Teil des Landes reiste und wusste: Hier muss etwas geschehen!

In den letzten 3 Jahren konnte Dolores aus beruflichen Gründen leider nicht teilnehmen und so konnte in Alonse und in der Favela von Santo Domingo nicht kastriert werden; Orte, wo nur Dolores‘ persönlichen Beziehungen und ihre Sprachkenntnisse die Einsätze ermöglichen.

Direkt nach ihrer Ankunft ging es nach Alonse, wo am 04.01. die Arbeit begann.


Gewohnt und gearbeitet wurde im Haus der Oma eines Freundes von Dolores, das über eine offene Pergola und einen geschlossenen Garten verfügt; ideale Arbeitsbedingungen mit viel Platz und Schatten.


Und da sind sie wieder, die wunderschönen OP-Tische, die Dolores 2013 hat schreinern lassen, extra auf die Größe von Anja Heß abgestimmt und sehr rückenschonend für die Chirurgen. Sie lagerten in den letzten Jahren in Alonse und wurden offensichtlich sehr gut aufbewahrt.


Rosalito, Gärtner, Hausmeister und Helfer der Hausherrin, erwies sich als guter Assistent.


Rosalito und Mali, Dolores‘ jahrelanger Helfer vor Ort, holten die Kastrationskandidaten mit dem Moped und sorgten dafür, dass den Chirurgen die Arbeit nicht ausging.


Der erste Patient des Einsatzes erhebt sich bereits wieder.


Die Nummer 2 noch vor dem Eingriff. Dolores schickte uns eine Nachricht vom Einsatzbeginn: „Erst 1,5 Stunden und wir sind schon beim 11. Hund!“


Auffällig viele sehr junge Tiere wurden zum Kastrieren gebracht.


Die meisten weit vor der Geschlechtsreife… Das zeigt, dass trotz der langen Pause bei den Menschen hier nichts von dem verlorengegangen ist, was Anja und ihr Team vor Jahren über Sinn und Zweck von Kastrationen zu vermitteln versuchten.


Alle Trächtigkeiten befanden sich in einem sehr frühen Stadium.

12 Hündinnen, 4 Rüden und eine Katze wurden am ersten Tag kastriert.


Am nächsten Morgen wurde noch ein Rüde in Alonse kastriert. Dann ging es nach San Francisco, einem kleinen Ort nahe Alonse, der 2015 zum letzten Mal Tierärzte gesehen hatte.


In diesen kleinen Orten, wo im Freien operiert wird, kommt es durchaus vor, dass der OP-Platz im Laufe des Tages wechselt…


…und der Ausblick vom OP-Tisch auch mal so aussieht. 10 Hündinnen und 3 Rüden wurden in San Francisco kastriert, alle auffallend gut genährt, dafür aber sehr stark von Flöhen und Zecken befallen.

Der 6. Januar, Heilige Drei Könige, ist ein hoher Feiertag in der Dominikanischen Republik und die Leute tun wenig anderes als in die Kirche gehen. Doch zum Glück meldete sich Vicky, Weggefährtin früherer Einsätze, aus El Corozo, wo einige Leute trotz Feiertag ihre Hunde kastrieren lassen wollten und so wurde der Leihwagen beladen mit Menschen, Ausrüstung und OP-Tisch…


Und los ging’s!


El Corozo, ein armes Dorf, das das Team bereits 2014 besuchte…


Viel hat sich seither hier nicht getan in Richtung Entwicklung. Auch die Sanitäranlagen sind immer noch dieselben.


Die Dorfbewohner haben sich bereits im Schatten eines großen Baumes versammelt. Es passiert nicht viel in diesen kleinen Dörfern. Der Besuch der Ärzte ist ein großes Ereignis – und Heilige Drei Könige gibt es schließlich jedes Jahr!


Jedes Tier wird nummeriert – hier die Nummer 34 - mit Nummer und Angaben zu Art, Geschlecht, Name des Tieres, des Besitzers und des Chirurgen, der Medikation, dem Datum der OP und dem Wohnort des Tieres in eine Liste eingetragen und dann einmal mit dieser Nummer fotografiert.

Hier handelt es sich also um die Hündin Dormenta von Senora Aileira, die am 06.01.2019 von Anja Heß in El Corozo kastriert wurde. Die Kamera zeigt ganz offensichtlich zwar das richtige Datum, nicht aber die lokale Uhrzeit an…


Nur ein OP-Tisch hat in den Leihwagen gepasst. Dr. Alfred Huber muss sich mit einem örtlichen Küchentisch begnügen.

In solchen Situationen wird jede Möglichkeit genutzt, um sauber und hygienisch zu arbeiten. Die Tische sind mit Folie überzogen, die ständig sterilisiert und gewechselt wird. Es werden buchstäblich Gallonen von Haut- und Flächendesinfektion bei jedem Einsatz verbraucht. Die sterile Innenseite der Verpackung der OP-Handschuhe dient als Ablage.


7 Hunde wurden in El Corozo kastriert…


…darunter ein Pärchen Chihuahuas, Priscilla und Monky, der zwar geistig behindert war, aber trotzdem heiß geliebt wurde.


Danach gab es eine Führung durch das Dorf.


Die meisten Leute hier betreiben etwas Landwirtschaft und halten sich ein paar Schweine, für die es aber auch keinen Tierarzt gibt…


Und so wurden dann eben 14 Schweine von Alfred Huber mit Ivomec gegen Parasiten behandelt.


Eine wohlverdiente Ruhepause vor der Rückfahrt nach Santo Domingo, denn für den 07. 01. steht die Favela La Cienaga auf dem Programm.


La Cienaga, eine Stadt in der Stadt, die nach ihren eigenen Regeln funktioniert…Wie jede Favela auf der ganzen Welt errichtet von Menschen, die es in die Großstadt zog, um der Armut auf dem Land zu entkommen und die dann feststellen mussten, dass ihr Traum von einem besseren Leben hier nicht in Erfüllung ging.

Erst einmal, 2015, waren unsere Ärzte hier, wohin sich keine Polizei, keine Feuerwehr, keine Müllabfuhr und kein Krankenwagen traut…


Enge Gassen…


…an deren fernen Ende man den Fluss erahnen kann.

Die Menschen hier leben in drangvoller Enge. Obwohl viele von ihnen die Favela täglich verlassen und in Santo Domingo arbeiten, reicht der Verdienst nicht für besseren Wohnraum. Die Regierung plant, die illegal erbaute Favela abzureißen, um Platz zu schaffen für neue Häuser, die für die jetzigen Bewohner unerschwinglich sein werden. Kein Mensch weiß, wann diese Pläne in die Tat umgesetzt werden sollen.


3 Katzen und eine Puppe, ein Stillleben der besonderen Art…


Mena, wie bereits 2015 die Schirmherrin der Kastrationskampagne.

Nari, Menas Sohn, der das Team sicher in die Favela und wieder hinausgeleitet, vor einem riesigen Berg Plastikflaschen, die er aus dem Fluss fischt und an eigens dafür eingerichteten Sammelstellen abgibt. Dafür erhält er dort Lebensmittelmarken für Reis, Mehl und andere Grundnahrungsmittel.


Olga heißt die Dame in dem roten T-Shirt. Sie stammt aus Spanien und hat in die Favela hineingeheiratet. Sie war sehr hilfsbereit, putzte Bestecke und sorgte für Getränke.


Bis in die Favela haben es die OP-Tische aus Alonse nicht geschafft. Hier wird auf Küchentischen operiert, die die Leute herbeischleppen.


Während Ingrid Stegemann einen Patienten auf dem Tisch hat, packen Dolores und der Hundebesitzer einen bereits operierten, noch narkotisierten Hund in frische, weiße Tücher ein. Sein Besitzer wird ihn nun während der Aufwachphase keine Sekunde aus den Augen lassen.


Die Bewohner von La Cienaga haben die Ärzte aus dem fernen Europa nicht vergessen.


Das Misstrauen, das noch beim ersten Mal herrschte, als viele, die noch nie ein narkotisiertes Tier gesehen hatten, meinten, die Patienten wären tot, ist geschwunden. Die Menschen sind froh, dass die Ärzte zu ihnen kommen.


Alfred Huber operiert eine Katze, bei dem niedrigen Tisch und in gebückter Haltung eine anstrengende Angelegenheit…


Anja, die Größte des Teams, operiert deswegen teilweise im Sitzen.


Die bunten Häuschen haben Hausnummern, obwohl sich wahrscheinlich niemals ein Postbote hierhin verirrt.


Heute aber ist etwas los vor dem Haus 322, was die Nachbarn magisch anzieht…


Vor dem Haus 329 ist dann Schluss. 10 Hündinnen, 3 Rüden und 4 Katzen wurden kastriert. Für das nächste Mal ist ein ganzes Wochenende in La Cienaga eingeplant, wo alle Bewohner zuhause sind und Zeit haben.

Der 08. 01. war ein freier Tag. Ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann ein Bummel durch die Zona Colonial standen auf dem Programm. Am Nachmittag fuhr das Team dann nach Boca Chica und wurde von Mara Brasola empfangen, die bereits den letzten Einsatz dort organisiert hatte.


Untergebracht waren sie wie beim ersten Mal in dem kleinen Hotel Neptuno’s Refugio

Das Haus, in dem das letzte Mal operiert wurde, ist leider abgerissen worden, doch Mara hat ein geeignetes Haus ganz in der Nähe gefunden, mit mehreren Räumen, teils abgeschlossen und einem Bad. Ihr Bekannter Roberto holte das Team jeden Morgen vom Hotel ab und fuhr sie in die Klinik.


4 – 5 Helferinnen waren immer da, um die Instrumente zu reinigen…


…die Listen zu führen und Fotos zu machen.


Wie schon beim letzten Mal ersetzten Paletten die Tische, eine ebenso einfache wie geniale Lösung, um für jeden Arzt und jeden Helfer immer eine Arbeitsfläche in optimaler Höhe zu haben.


Der Aufwachraum…

Eine der Helferinnen war Nancy, eine Veterinärmedizinstudentin, die bereits Kater und Rüden kastrieren konnte und eine große Bereicherung für das Team war.


Sehr bewährt haben sich Rettungsdecken zum Warmhalten der Tiere im postoperativen Stadium.


Diese Decken werden von nun an ein fester Bestandteil der Ausrüstung sein.

Gleich die erste Hündin war ein medizinischer Notfall. Sie hatte 2 Tage zuvor eine Totgeburt gehabt. 3 tote Welpen steckten noch in ihrem Bauch und sie hatte ein walnussgroßes Stickersarkom.


Eine Pyometra in fortgeschrittenem Stadium…Auch Stickersarkome kamen öfter vor.


Im Verlauf des Tages brachte Mara eine Plane als OP-Unterlage, die sich hervorragend bewährte.


33 Tiere wurden am ersten Tag in Boca Chica kastriert, 15 Hündinnen, 9 Rüden und 9 Katzen.


Viele der Tiere waren ehemalige Straßentiere, die sich an Pflegestellen befanden oder bereits adoptiert waren mit dem Versprechen, sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit zu kastrieren.


Die Nummer 100, der letzte Patient des ersten Tages in Boca Chica


Der 10.01. begann mit Hunden. Diese Dame brachte gleich zwei, einen Rüden…


…und eine Hündin.


Dann folgte eine „Katzenschwemme“.


20 Katzen wurden an diesem Tag kastriert.


Hier wird der Venenkatheder schon auf dem Boden gesetzt. 18 Hündinnen und 7 Rüden wurden an dem Tag kastriert.


Als die Ärzte am Morgen des 11. 01., dem letzten Einsatztag, in der Feldklinik eintrafen, hatten die Helfer bereits 10 Leute mit ihren Tieren weggeschickt, die einfach nicht mehr zu bewältigen waren. Dennoch wurde bis um 19:00 gearbeitet.


41 Tiere wurden kastriert, 20 Hündinnen, 6 Rüden und 15 Katzen.


Bei Patient 141, einer Katze, musste Dolores Rohrer das Team verlassen. Ihr Rückflug ging bereits am 11.01.


2 Rüden waren Kryptorchiden, ein Hund hatte einen Nickhautvorfall, ein Hund hatte einen Herzkreislaufstillstand, konnte aber erfolgreich reanimiert werden. Eine Hündin hatte Pyometra.


Trotz aller Arbeit, die dominikanischen Helferinnen blieben immer gutgelaunt.


175, der allerletzte Patient des diesjährigen Einsatzes…

Dr. Alfred Huber, der ein paar Tage länger blieb als die anderen, kastrierte noch 6 Katzen für die Cat Lovers RD.

Wir danken allen Einsatzkräften, allen Spendern und Sponsoren, die dies ermöglicht haben, von ganzem Herzen!Gern hätten wir während des Einsatzes die geplante Futterstation für Strandhunde in Boca Chica eröffnet, doch der Supervisor der Stadtverwaltung, der die Errichtung des Fundaments auf öffentlichem Land überwachen soll, hatte Urlaub. Und so geht es mit kleinen Schritten weiter dem großen Ziel entgegen, ein Modelprojekt für den humanen Umgang mit Streunern in Urlaubsparadiesen zu schaffen.

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