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Reise nach Samaná

In der zweiten Woche unternahm ich eine Reise mit dem Bus nach Santa Barbara di Samanà, wo Kim Beddall, Sekretärin der A.A.A.S., lebt.

Kim Beddall hat das whale watching in der Dom. Rep. eingeführt. Jedes Jahr kommen in den Wintermonaten die Buckelwale zur Paarung in die Samanà Bay.

Kim lebt schon seit 27 Jahren hier, Sie kümmert sich um Gross-, Klein- und Meerestiere und teilt ihr Haus mit derzeit 17 Hunden.

Es sieht ein bißchen aus wie in Greinöd und ich fühle mich gleich zuhause.

Kim holte mich vom Bus ab, auf der Ladefläche ihres Trucks in einem Transportkäfig befand sich ein Bild des Jammers: Ein junger Rüde, stark abgemagert, von Räude zerfressen, mit verletztem Penis.

Bei näherem Hinsehen glaubte ich, am Penis eine Wunde zu erkennen, wie sie typisch vom Fangzahn eines Hundes veruracht wird.

Am nächsten Morgen brachte eine Frau ein völlig dehydriertes Kätzchen in erbärmlichem Zustand. Kim rief Dr. Francis an, ein junger dominikanischer Arzt, der sehr einfühlsam und sensibel behandelt.


Das Kätzchen bekam eine Infusion…

…und Antibiotika.

Behandlungszimmer: Die Ladefläche von Kims Truck.

Danach sah sich Dr. Francis "Buddy" an.

Der Rüde versuchte, zu urinieren. Es kam Blut.

Meine Befürchtungen bestätigten sich: Der Penis des Rüden war durch Hundebisse förmlich zerfetzt, dazu kam der schlechte Allgemeinzustand.


Eine schwere Entscheidung musste getroffen werden.


Es blieb nichts übrig, als ihn zu erlösen.


Ich hielt sein Köpfchen,…


…während Dr. Francis ihn einschläferte.

Ausser ein paar guten Mahlzeiten in den letzten Tagen seines Lebens hat er wahrscheinlich nie etwas Gutes erlebt. Er wurde auf Kims Farm beerdigt. Immer wieder gab es während meiner Reise auch solch bittere Momente, immer wieder bin ich dem Tod begegnet. Mehr denn je bin ich von der Wichtigkeit unserer Arbeit überzeugt. Wir dürfen nicht aufhören, einiges haben wir schon erreicht aber es bleibt noch unendlich viel zu tun.

Kim und ich tauschten viele Gedanken und Ideen aus, angefangen von der notwendigen Förderung einheimischer Ärzte, die Interesse am Tierschutz haben bis hin zu einem ebenso wichtigen Schulprogramm für Kinder und Jugendliche, wie es auf der Insel Dominica existiert, um jungen Menschen die Liebe zum Tier zu lehren.

Zur Zeit kommen zweimal pro Jahr Ärzte einer amerikanschen Universität nach Samanà, um Gross- und Kleintiere zu kastrieren, doch das reicht nicht. Kim möchte, dass Dr. Francis 10 Tiere pro Woche kastriert. Dr. Francis hat bereits 40 Tiere unter den Augen von Dr. Sue Harvey selbstständig kastriert, braucht aber noch weiteres chirurgisches Training. Und ausserdem müssen natürlich die entsprechenden Fördermittel zur Verfügung stehen.


Und dann nahm Kim mich mit zu ihrer Farm!

In den Hügeln ein paar Kilometer landeinwärts von Santa Barbara di Samanà hat Kim auf 76.000 qm ein Refugium geschaffen, das man nur als eine Art tropisches Aiderbichl bezeichnen kann.



Hier tummeln sich friedlich und sorgenfrei Pferde, Esel, Mulis…


…neben Truthühnern, Enten, Gänsen, Ziegen, Schweinen und Rindern.





Viele von ihnen kamen hier mit schweren Verletzungen an.

Dieser wunderschöne Hengst hat ein Loch zwischen Vorderbein und Rippen, das bis hoch hinauf in die Schulter reicht. Es heilt schlecht und muss täglich versorgt werden.

Dieses Muli hat eine Geschwulst am Fesselgelenk, die mehrfach operiert wurde und nun immer kleiner wird.


Dieses Fohlen ist mutterlos.

Es wurde mit der Flasche aufgezogen…

…und folgt Kim…

…wo immer sie hingeht.

Ein paar Hunde und Katzen sind natürlich auch da.

David?

Oder Goliath? Ich konnte die beiden nie unterscheiden…
Kim nimmt mich mit auf einen Rundgang.

Schweine haben hier eine wichtige Aufgabe. Sie "pflügen" das Land, auf dem später Gras angeplanzt wird, das besser als Pferdefutter geeignet ist als das ursprüngliche.


Auf einmal treten die Rinder aus dem Wald.

Ein Bild des Friedens,…

…ziehen sie ihren Weg…

…zu einer neuen Weide.

30 ungiftige Schlangen hat Kim auf der Farm angesiedelt, bevor sie von unwissenden Menschen erschlagen wurden. Hier sollen in Zukunft auch Kinder im Rahmen eines Erziehungsprogramms Tiere kennen und lieben lernen. Und hier, wußte ich plötzlich ganz spontan, soll es auch einmal eine Einrichtung des Vereins zur Hilfe und Förderung des kreolischen Hundes e.V. geben, um unsere Aufgaben vorort noch intensier wahrnehmen zu können.


Abendstimmung auf der Farm.

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