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Bei den Sugar Kids

Im Mai 2012 fand eines unserer Kastrationsprojekte mit Dr. List, Dr. Bonin und Dagmar Stech in einer kleinen Schule statt. Hier begegneten wir zum ersten Mal von den Kindern der Sugar Kids School und ihren wunderbaren Lehrern, die so bereitwillig ihre Schule für unsere Ärzte geräumt hatten. Der Unterricht fand während des Einsatzes in einem gegenüberliegenden Haus statt.


Während der Pausen hingen die Kinder in Trauben an den Fenstern ihrer Schule, …

… um ja nicht zu verpassen, was da vor sich ging.

Bei den Sugar Kids handelt es sich ausnahmslos um Kinder armer haitianischer Landarbeiter, die normalerweise keine Schule besuchen könnten, sei es, dass ihre Eltern nicht offiziell in der Dom. Rep. leben oder sie sich schlicht und ergreifend die Schuluniform nicht leisten können.

Haiti gehört zu den ärmsten Ländern der Welt , auch ohne Erdbeben und Überschwemmungen. Auch auf anderen Karibikinseln, zum Beispiel in den Französischen Antillen, schneiden Haitianer Zuckerrohr , aus dem der beliebte karibische Rum destilliert wird. Sie bleiben meist jahrelang , ihre Kinder werden dort geboren, ohne legale Papiere und ohne Rechte. Zuckerrohrschneiden ist eine Arbeit, die sonst keiner mehr machen will. Zu sehr erinnert sie die Menschen in der Karibik an die Zeiten der Sklaverei.


So sieht das Zuhause eines Sugar Kids in der Regel aus.

Damit die Kinder nicht als Analphabeten aufwachsen, werden sie von Lehrern unterrichtet, die ehrenamtlich arbeiten und dazu noch alles Erdenkliche tun, um für den Erhalt der Schule zu sorgen. Als unsere Ärzte da waren, hatte die Schule gerade einen Ofen als Spende erhalten und nun wurden Backbleche, Schüsseln, Förmchen, Quirle, Spatulas, Mehl, Eier, Butter, Zucker und Milch gesammelt, um Kekse zum Verkauf backen zu können und so zum Unterhalt der Schule beizutragen. Wir starteten sofort einen Spendenaufruf und auch unsere Tierärzte sammelten nach ihrer Rückkehr fleissig für die Sugar Kids. Als ich im September zum ersten Mal selbst in die Dom. Rep. fliegen konnte, um unser Projekt zu besuchen, hatte ich zwei schwere Taschen bei mir, mit Kleidung, Schuhen, Spielsachen und Schulbedarf, gesammelt von unseren Ärzten und Mitgliedern der Gemeinde Eichendorf, und eine kleine Geldspende.

Als ich dann die Schule betrat, klang aus allen Kehlen „Frère Jaques“, eine Melodie, die oft die Ops unserer Tierärzte begleitet hatte. Alle sprechen französisch, eine Sprache, die ich seit meinen Jahren in den Französischen Antillen beherrsche, und so konnte ich mit allen in ihrer Muttersprache reden.


Die Kinder waren fasziniert von den Geschenken.

Als ein kleiner Junge ein Matchboxauto in meiner Tüte sieht, ist er nicht zu halten. Mit einem Freudenschrei stürzt er sich darauf und reisst es mir aus der Hand.

Dies kleine Mädchen schaut etwas bekümmert. Sie heisst Danielle. Als ich sie frage, was sie sich wünscht, flüstert sie: „Eine Puppe!“ Danielle, Du sollst Deine Puppe bekommen!


Das Verteilen der Kleidung überlasse ich der Lehrerin, die die Größen ihrer Kinder kennt.

Ihr Kollege nimmt mich bei der Hand und zeigt mir alles:

Die Küche, in der die Kekse gebacken werden, den kleinen Garten, den die Kinder selbst anlegen, die Bücherei, in der eine beträchtliche Menge gespendeter Bücher stehen, in englisch, französisch und spanisch, sicher nicht alle zum Unterricht geeignet.


Doch ständig mangelt es an Schreib- und Malheften und Buntstiften für die Jüngsten. Das Schlimmste aber ist:

Die Kinder, die hier jeden Morgen wie aus dem Ei gepellt erscheinen und so fleissig französische Grammatik lernen, haben Hunger. Sie können sich meist nicht richtig satt essen zuhause und der Schule fehlt das Geld, um ihnen eine Mahlzeit zu servieren. Jeden Monat kämpfen die Lehrer, um die Miete für das Häuschen und die lächerlich kleine Elektrizitätsrechnung – etwa 10 Euro! – zu bezahlen. Dabei kommen die erfindungsreichen Lehrer auf immer neue Ideen. Beim Keksebacken ist es längst nicht geblieben.

Unter anderem werden wunderschöne Papierblumen hergestellt, doch die neueste Schöpfung der kreativen Lehrer ist einfach unglaublich:


Das Ausgangsmaterial sind Bonbon- und andere Süßigkeitpapierchen und Pappstreifen, die gesammelt werden.

Die Papierchen werden gesäubert, geglättet und zugeschnitten, dann werden die Pappstreifen damit umwickelt und zu farbenfrohen Bändern geflochten.

Aus ihnen entstehen dann diese wunderhübschen Taschen.


Sie sind eine Zierde für jede Trägerin!

Der Abschied ist sehr herzlich und ich gehe mit dem sicheren Gefühl, dass wir unbedingt weiterhin versuchen müssen, den Sugar Kids und ihren Lehrern zu helfen. Für Weihnachten werden wir mithilfe der Lehrer versuchen, jedem Kind einen kleinen Wunsch zu erfüllen und die Geschenke einem Freund mitgeben, der zwischen Dezember und März in die Dom. Rep. fliegt. Was aber wirklich Not tut – und das kann unser kleiner Verein nicht allein leisten! - das ist eine regelmäßige Unterstützung der Schule, um eine Schulspeisung einzuführen, die notwendigen Lehrmittel anzuschaffen und die Hilfe zur Selbsthilfe dieser engagierten und kreativen Lehrkräfte zu fördern. Ich bemühe mich, in unserem Landkreis Interesse für die Sugar Kids School zu wecken und unsere Tierärzte Dr. List und Dr. Bonin, die die Kinder ja während ihres Einsatzes selbst kennengelernt haben, leisten wahrhaft Wunderbares in ihrem Umfeld. Gemeinsam konnten wir den Sugar Kids bis zum 07.11.2012 bereits 415 Euro Soforthilfe senden und die Bemühungen um Unterstützung gehen weiter.

Hier der Bericht über unsere Hilfsaktionen (neue Version vom 24.03.2013): PDF, DOC, DOCX.

Keine Frage, dass auch in Zukunft weitere Kastrationseinsätze in der Sugar Kids School stattfinden werden!

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